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Schauspielhaus: "Die Laborantin"

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Update 2021-09-19: Kritiken und Zwischensequenzen

Wir waren gestern im Schauspielhaus Graz, besser gesagt im Haus 2 dahinter. Dies hat einen eher spröden Charme vom Gebäude her aber einen für mich sehr sympathischen Touch bezüglich der Atmosphäre. Es wirkt direkter an den Schauspielern und tatsächlich ist auch zwischen der Bühne und dem Publikum kaum mehr als ein Meter Platz. Die kleine Kantine hat sogar Studentenpreise, die Schließfächer spucken den Euro wieder aus, man teilt sich gefühlt sogar die Toiletten mit den Angestellten.

Es war die Premiere von dem Stück "Die Laborantin", das im Original von Ella Road "The Phlebotomist" heißt.

Die Handlung spielt in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft, wo die Analyse der Erbanlagen auf Krankheiten zum guten Ton gehört. Die Ergebnisse werden auf einen einzigen Wert zwischen Null (quasi im Sterben) und zehn (gesundheitlicher Gott auf Erden) reduziert, der nun die gesamte Gesellschaft definiert. Für gewisse Jobs, Kredite und so weiter braucht man eine Mindestwert. Und auch im privaten Umfeld bestimmt dieser Wert unser Handeln und Denken.

Es gibt nur vier Rollen im Stück. Wenn man so möchte, brillierten in den Hauptrollen Daria von Loewenich und Frieder Langenberger. Nicht minder toll fanden wir Iman Tekle und Franz Solar in den Nebenrollen. Allerdings ist es hier schwer zwischen Haupt- und Nebenrollen zu unterscheiden, muss ich sagen.

Erwähnenswert sind auch die toll gemachten Zwischensequenzen im Stück. Wer die genialen Zwischensequenzen von Paul Verhoeven in Robocop (1987) mag, wird das hier auch toll finden.

Es gibt aktuell noch sechs geplante Aufführungen bis inklusive 21. Oktober 2021. Ich kann nur empfehlen, sich Karten zu besorgen und das Stück zu genießen!

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