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Buch-Kritik: »Kopftuchmafia« von Thomas Stipsits

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Heute las ich das aktuelle Buch "Kopftuchmafia" von Thomas Stipsits. Ganz. In vier Stunden war ich durch.

Der Kriminalroman ergießt sich auf weniger als zweihundert Seiten. Trotzdem ist es für mich ungewöhnlich, ein Buch in einem Rutsch zu lesen. Das passierte mir bislang nur ein einziges Mal vorher. Insofern würde ich meinen, ist das ein deutliches Zeichen.

Leider lese ich nur selten etwas anderes als Fachliteratur. Umso mehr fesselte mich die burgenländische Welt, die Thomas Stipsits hier in Stinatz aufspannt. Es gibt wunderbare Beschreibungen schrulliger Typen, die ein Jeder ohnehin auch aus dem eigenen Umfeld kennt aber selten so treffend beschreiben könnte. Es gibt Mord und Totschlag, große Tragik, Verstrickungen, Tratsch und vor allem viel Witz, der dankenswerterweise nicht übertrieben wurde. Vielmehr wird mit feiner Klinge gearbeitet und nicht selten entsteht ein Lächeln aufgrund einer Situation, die man aus dem eigenen Leben wiedererkennt. Schließlich kommt auch die Mama vom Kommissar vor.

Von dem, was ich als Literatur-Abstinenter so mitbekomme, fand ich die Sprache wirklich gut. Es fielen mir einige treffende und wohlüberlegte Formulierungen auf. Thomas Stipsits hat offenbar nicht nur ein Talent beim Erstellen und Vortrag eines Kabarettprogramms, sondern auch im Niederschreiben.

Kurzweilige Unterhaltung mit netten Figuren, von denen man noch gerne mehr gelesen hätte. Ach ja: der Bösewicht kommt am Schluss auch noch hinter Gitter.

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