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Das Grundproblem hinter "Algorithmen bestimmen über uns"

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Das Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) wird in Zukunft mit einem Algorithmus bestimmen, in welche von drei Kategorien ein Arbeitsloser einzuteilen ist. Diese Kategorien bestimmen, wie das AMS Ressourcen zuteilt. Damit einhergehend werden bestimmten Personen Dinge verwehrt oder es werden Maßnahmen auferzwungen werden.

Die Futurezone hat eine vierteilige Artikelserie veröffentlicht, die die Problematik dahinter darlegt:

  1. Der AMS-Algorithmus ist ein „Paradebeispiel für Diskriminierung“
  2. "AMS-Sachbearbeiter erkennen nicht, wann ein Programm falsch liegt"
  3. Wie ihr euch gegen den AMS-Algorithmus wehren könnt
  4. Wo Algorithmen bereits versagt haben

Abgesehen von den hier beschriebenen Problemen sehe ich ein grundsätzlich philosophisch-ethisches Problem. Meiner Meinung nach wird ein meist weniger gut recherchierter und kaum definierbarer Ist-Zustand einzementiert. Aus "das ist so" wird auf unbestimmte Zeit ein "das wird immer so sein" mit einem Verlust an Transparenz, "weshalb" es so sein muss und entsprechenden Barrieren, den Zustand aus irgendeinem Grund zu ändern.

Es ist vermutlich wirklich so, dass eine Frau generell weniger Chancen am Arbeitsmarkt hat. Es ist naheliegenderweise auch so, dass ältere Menschen momentan schwieriger an neue Jobs kommen. Doch diesen Umstand in einem Algorithmus festzuschreiben, das ist an sich eine Bankrotterklärung an Menschlichkeit auf zu vielen Ebenen.

Wir werden in Zukunft noch oft durch solche Entscheidungen Nachteile bekommen. Meistens werden wir es nicht einmal bemerken (können). Versicherungen, Arbeitgeber beim Kandidaten-Screening, Vermieter kategorisieren potentielle Mieter, und und und. Wir werden immer mehr "optimiert" auf Kosten von so vielen Dingen, die uns eigentlich mal ausgemacht haben.

Es wird Zeit, dass wir mal etwas anderes als diese menschenverachtende Form von Kapitalismus ausprobieren.

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