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Es ist in Ordnung, wenn du deine persönlichen Daten Cloud-Firmen gibst

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(You can find this article in english language here.)

Es ist vollkommen in Ordnung, wenn du deine persönlichen Daten Cloud-Firmen wie Apple, Google, Facebook, ... weitergibst.

Unter den folgenden Besingungen:

Hintergrundwissen

Du verstehst die realen und tiefreichenden Konsequenzen, die von den normalen Medien nicht verstanden oder nicht deutlich genug erwähnt werden. Die Cloud-Betreiber verschweigen soviel wie möglich an möglichen negativen Auswirkungen im eigenen Interesse.

Die angesammelten Daten dieser Firmen beinhalten höchstwahrscheinlich dein komplettes Leben: alle Cloud-Emails, Textnachrichten aller Art, "Likes", finanzieller Status, Einkommen, vielfältige Gesundheitsdaten, Wahlverhalten und politische Einstellungen, Bewegungsprofile, Bereitschaft zur Überzahlung bei Produkten und Dienstleistungen (Besitzer von Apple-Geräten?), nur um ein paar wichtige Daten zu nennen, die so im Schnitt für Profile eruiert werden.

Das Weiterverkaufen der Rohdaten und - weitaus schlimmer - von potentiell falschen Analysen davon an alle zahlungswilligen Gegenstellen muss dir recht sein. Da es ein unreguliertes Business ist, machen viele Firmen standardmäßig davon Gebrauch: Banken, Versicherungen, potentielle Arbeitgeber, Werbefirmen, politische Parteien und so weiter. Schließlich ist das ein 200 Milliarden Dollar Geschäft nach einigen Einschätzungen.

Mein Standard-Beispiel zur Veranschaulichung: du bist mit ein paar Leuten in einem Sozialen Netz "verbunden" (Freundschaft, Likes, ...). Diese Leute üben zufällig in ihrer Freizeit riskante Hobbys aus. Darunter fallen Dinge wie Paragleiter, Wracktauchen, Fallschirmspringen und so weiter. Cloud-Anbieter eruieren anhand der gesammelten Profildaten Wahrscheinlichkeiten, dass du ebenfalls solchen Hobbys nachgehst, obwohl du niemals darüber selber schreibst. Versicherungen kaufen standardmäßig Personenprofile für potentielle Neukunden von sogenannten Informationsvermittlern. Natürlich bewerten Versicherungen Neukunden aufgrund solcher Profildaten. Man bekommt gar nicht mit, dass die drei Versicherungsoptionen, die man von der Versicherung erhält, allesamt aus der höchstpreisigen Kategorie stammen. Sogar die Versicherungsgesellschaft hat keine Chance festzustellen, dass die gekauften Daten Resultate fehlerhafter Annahmen und somit falsch sind.

Das sollte dir egal sein.

Verhältnismäßigkeit

Du solltest der Meinung sein, dass die Daten, die du direkt oder indirekt weitergegeben hast einen verhältnismäßigen Gegenwert darstellen zu den Services, die du im Moment bei den Cloud-Firmen konsumierst.

Hab' im Hinterkopf, dass du die Daten für immer weitergegeben hast aber diese Services nur eine beschränkte Zeit nutzen wirst, wie ich in diesem englischsprachigen Artikel erläutert habe. Der verlinkte Artikel beinhaltet eine große Menge an recherchierten Vorfällen, wo Kunden von Cloud-Services große Probleme bekommen haben, die sie nicht für möglich gehalten haben.

Langzeitaspekte

Du solltest verstehen, falls du deine "ich gebe meine Daten gerne weiter"-Einstellung in Zukunft aus irgendeinem Grund ändern wirst, du die bereits veräußerten Daten nicht zurückholen kannst.

Die wichtigsten Profildaten, die du bereits bei Cloud-Dienstleistern direkt oder indirekt eingekippt hast sind höchstgenaue psychologische Profildaten der besten Qualität. Diese Profile sind über lange Zeit, wenn nicht sogar ein Leben lang gültig. Und jeder ist in der Lage, dieses Profil zu kaufen.

Du kannst nur aufhören, diese Profile mit neueren Daten weiter zu "füttern".

Erwartungshaltungen

Du solltest nicht der Annahme sein, dass Menschen wie ich ebenfalls ihre persönlichen Daten an Cloud-Firmen weitergeben sollen.

Ich werde beispielsweise niemals ein Facebook-Account nutzen.

Wenn du unsicher bist ...

Wenn dich die oben erwähnten Dinge stören sollten, so würde ich dir dringend ans Herz legen, möglichst zeitnah ein wenig Zeit in eine Hintergrundrecherche zu investieren. Lese die Warnungen von unabhängigen Experten in dem Gebiet, folge den Berichten von anerkannten Journalisten und überlege, ob deine bisherigen Entscheidungen nach wie vor für dich und deine Zukunft in Ordnung sind.

Sofern hier eine Chance besteht, dass du dich unwohl fühlst und deine Meinung änderst, solltest du so rasch wie möglich in der Lage sein, den entstanden Schaden in Grenzen zu halten.

Falls du findest, dass meine Artikel dir hier helfen können, so empfehle ich dir, ein paar relevanten Stichworten zu dem Bereich zu folgen:

Etliche Artikel sind in englischer Sprache, manche in Deutsch.

Ich lege dir nochmals den bereits oben erwähnten Artikel über Cloud-Probleme ans Herz. Dort sind jede Menge weiterführender Links zu anerkannten Quellen über bereits öffentlich bekannte Vorfälle enthalten. Damit kannst du deiner Einschätzung ein wenig Realitätsabgleich gönnen und den Werbebotschaften der Firmen einen Gegenpol verpassen.


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