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Konzert von Maybebop im Orpheum

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Ich war schon des öfteren beim A capella-Wettbewerb vokal.total im Dom in Berg in Graz. Es war im Jahr 2007, wo das deutsche Quartett Maybebop in allen drei Kategorien Pop, Jazz und Comedy angetreten ist. Die waren vielleicht gut. Die haben dann auch in allen angetretenen Kategorien ein goldenes Diplom eingeheimst und obendrauf auch noch bei Jazz und Comedy die Publikumsbewertung gewonnen.

Das neue Programm heißt "Sistemfeler"

Meiner Meinung nach funktioniert a capella (leider) nur so richtig, wenn man es live genießen kann. Auf CD oder auf Video kann es nur mangelhaft zur Geltung kommen. Aus diesem Grund sind die Konzerte von Maybebop für mich seit 2007 ein Pflichttermin. Gottseidank haben sie seit 2007 ein tolles Verhältnis zu und ein treues Stammpublikum in Graz. Die Konzerte sind immer ausverkauft, die Stimmung wirklich spitzenmäßig.

Diese Woche waren sie mit ihrem aktuellen Program "Sistemfeler" im Grazer Orpheum und ich wieder mit dabei. Die neuen Nummern beherbegen kritische Betrachtungen auf die digitale Gesellschaft, witzig und nachdenklich zugleich.

Hier ein paar Impressionen vom Konzert.

Maybebop am Handy

Besonders gut fand ich als Einleitung nach der Pause das Duett von und mit Lukas und Oliver "Just the two of us". Der Mittelteil mit den teilweise schon dadaistischen Improvisationen, die unmerklichen und häufigen Übergaben von Beatbox und Gesang zwischen den beiden ... einfach genial.

Auch für Fußballfans gab es einen genialen Leckerbissen:

Dass trotz aller Routine und Professionalität Lukas mal kurz den Text vergaß, brachte sie dem Grazer Publikum nur näher. Auch kritisch/politische Statements kann man bei Maybebop hören. Sie haben damit auch durchaus einen Bildungsauftrag mit dabei.

Das Quartett bei "Festung", eine ganz starke Nummer

Neben ein paar neuen Nummern kamen auch bereits gut bekannte Lieder beim begeisterten Publikum wunderbar an. Mein Favorit des Abends war das Lied "Platzhalter". Nebenbei: alle Texte sind auf der Webseite nachlesbar. Die spielen mit "Platzhalter" locker große Bands wie die Fantastischen Vier an die Wand. Damit beweisen sie wiederum ihre Genialität, da sie sich in allen denkbaren Kategorien wie Pop, Hiphop, Jazz, Klassik wol fühlen und dabei noch eine fantastische Lockerheit an den Tag legen.

Auch die Choreografie sitzt bei Maybebop perfekt

Wie bei allen ihren Konzerten fehlte auch dieses Mal nicht das unbekannte Lied, wo das Publikum möglichst kreative Wörter (diesmal Tuntenball, Hämorrhoiden, Bananenbrot, Jamaika, Bunsenbrenner, Vollholler) mit einem ebenfalls vom Publikum definierten Musikstil (diesmal Funk) spontan intoniert präsentiert bekommt. Es hat sich dann zu einem wunderbaren Lied über den Tuntenball entwickelt - die Begeisterung war entsprechend groß.

Ebenfalls ein Fixstarter ist die Einladung ans Publikum, dass ein mutiger Zuseher oder eine mutige Zuseherin mit Maybebop auf der Bühne gemeinsam singt. Es fand sich der Denis, der dann den Elton-Klassiker "Can you feel the love tonight" brachten. Erfrischenderweise war Denis offenbar kein Profi, was ich durchaus höher schätze. Ich bewundere solche Leute um ihren Mut. Ich weiß nicht, was ich zusammenbringen würde, obwohl ich mir schon einbilde, relativ gut singen zu können.

Maybabop mit Denis

Einige ihrer Klassiker wie "Adventskalender im September" oder "Gummibaum" waren diesmal nicht dabei. Zum Einhören verlinke ich sie hier trotzdem vom YouTube-Kanal von Maybebop:

Am Ende jedes Jahres bringen sie einen musikalischen Jahresrückblick. Diesmal waren es 18 Lieder, wovon ich aber nur ganze drei kannte. Bei unseren Konzert gab es quasi die Uraufführung davon. Auf YouTube kommt der Jahresrückblick als Video.

Bis zum 18. November 2018

Nächstes Jahr kommen sie wieder. Ich freue mich jetzt schon.

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