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Erfahrungsbericht Rasenmäherroboter Gardena R40Li

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Letztes Jahr habe ich angefangen, über die Anschaffung eines Rasenmäherroboters nachzudenken. Ich wollte mir nicht diktieren lassen, Teile meiner Freizeit regelmäßig für die paar Quadratmeter Gras zu opfern. Und es schaute danach aus, dass es sich auch finanziell auszahlt, sofern mir meine Zeit auch finanziell etwas Wert ist. Es wäre alternativ ohnehin die Anschaffung eines neuen, herkömmlichen Rasenmähers notwendig gewesen, weil ich bislang nur den alten Elektromäher meiner Eltern hatte.

Recherche und Kauf

Die Auswahl war bei mir recht bald getroffen, weil mich ein guter Verkäufer über Gardena aufgeklärt hat. Die Lösung von Gardena fand ich einfach sympathisch.

Mein Nachbar hat das Top-Modell der Firma Husqvarna. Gardena ist ein Tochterunternehmen von Husquarna. Das merkt man daran, dass auf den Gardena-Geräten das Copyright und so weiter gleich mit Husquarna angegeben ist. Aus meiner Sicht ist Gardena die billigere Marke und Husquarna bietet die gleiche Technik (mit gegebenenfalls besserer Ausstattung) zu einem deutlich höheren Preis an. Die Ersatzmaterialien sind größtenteils auch die gleichen für beide Marken.

Die Modelle mit GPS fand ich neben dem hohen Preis unnötig, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die GPS-Genauigkeit in der Praxis im Bereich der Größe meiner Rasenfläche liegt.

Modelle mit Cloud-Anbindung fallen aus diversen Gründen sowieso durch den Rost. Ich würde sogar mehr zahlen, damit ich keine Cloud-Anbindung bekomme.

Dann blieben für die Modellwahl nur noch die Rasenflächengröße und die Geländebeschaffung übrig. Ich entschied mich dann für einen Gardena R40Li und hoffte, dass er meine Steigungen schafft. Spezifiziert ist dieses Gerät bis zu 400 Quadratmetern und 25 Prozent Steigung. Meine Fläche ist deutlich kleiner, die Steigungen manches mal größer.

Wir kauften den Roboter beim Hornbach, da der das Gerät lagernd hatte und er eine Preisgarantie ("billigster Preis in Österreich") gibt. Wir fanden das Gerät bei einem anderen österreichischen Händler billiger und so bekamen wir diesen Preis minus zehn Prozent beim Hornbach: also knapp 720 Euro.

Die Gardena-Garage für den Roboter habe ich nicht gekauft. Erstens ist der Roboter sowieso für draußen ausgelegt und sollte deswegen nicht allzuviel leiden, wenn es mal regnet oder die Sonne drauf brennt.

Zweitens sind die Kritiken an der Garage keinesfalls nur positiv. Beispielsweise soll sie so konstruiert sein, dass Regen durchkommt, weil die Aufklappvorrichtung nicht besonders dicht ist. Das relativiert den Nutzen.

Außerdem schaut die Ladestation ohne dem Deckel deutlich weniger wuchtig aus.

Viele Leute basteln sich kreative Garagen selbst.

Installation

Gleich mal vorab: Gardena Deutschland hat auf YouTube eine Serie von kurzen Videos zum R40Li online, die mir vor dem Kauf bereits gute Dienste geleistet hat. So wusste ich schon grob über alle wesentlichen Arbeitsschritte bescheid.

Der R40Li arbeitet mit einem Begrenzungskabel entlang der Rasenflächengrenzen beziehungsweise in die Fläche hineinragende Flächen. Zudem braucht man noch ein Leitkabel, das hauptsächlich für das Finden der Ladestation benötigt wird.

Das Verlegen der Verkabelung erfordert ein wenig Planung. Dabei ist es hilfreich, wenn man den Garten schematisch auf Papier skizziert und die Verkabelung plant. Ich empfehle dringend auch periodische Kabel-Depots (Schleifen außerhalb des Bereichs mit Extralängen an Kabel) mitzuverlegen, um für die Zukunft gewappnet zu sein, ohne anstückeln zu müssen. Ich habe das schon öfters benötigt.

Es gibt Firmen, die die Verkabelung mittels Maschine ungefähr fünfzehn Zentimeter tief erledigen. Ich bevorzuge jedoch das Selbermachen. Nicht nur, weil das Verlegen selbst durchaus Spaß macht, sondern auch aus anderen Gründen.

Erstens ist es vollkommen ausreichend, die Kabel oberflächig zu verlegen. Sie werden mit praktischen Haken fixiert. Die Kabel wandern tatsächlich mit der Zeit etliche Zentimeter tief in den Boden und sind dann unsichtbar.

Zweitens hat man mit dem Selberverlegen den großen Vorteil, dass man bei Änderungen es schnell und einfach selbst machen kann. Ein tiefer verlegtes Kabel holt man nicht so einfach für eine Änderung aus dem Erdreich hoch.

Wir benötigten knapp aber doch ein wenig mehr Kabel als mitgeliefert wurde und auch mehr Plastikhaken. Beides kann man als Zubehör dazukaufen.

Die umfangreiche Bedienungsanleitung ist wirklich gut gemacht. Hier wird man behutsam durch Planung und Umsetzung geleitet, angereichert mit praktischen Tipps. Hier können sich andere Firmen ein Beispiel nehmen.

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme war schnell erledigt. Da ich den Akku ohnehin schon in einer Trockenübung vorgeladen habe, blieb nur noch das Festlegen der Mähzeiten.

Es gibt bis zu zwei unabhängige Zeitslots die jeweils an den vorgegebenen Wochentagen den Roboter zum Mähen bringen. Ich entschied mich vorerst für 11:30 bis 19:30 bei sieben Tagen. Nach etlichen Zwischenschritten bin ich mittlerweile bei 10:30 bis 19:30 für Montag, Mittwoch und Freitag angelangt. Eine sinnvolle Programmierung hängt von vielen Faktoren ab: Rasenflächenbeschaffenheit, Garten-Größe, Art des Rasens, Regenmenge, und so weiter.

Regelbetrieb

Mein Roboter läuft seit Mai letzten Jahres. Von Ende Oktober bis Mitte April hatte er Winterpause, wo er im Keller schlafen durfte. Die Ladestation blieb draußen. Ich habe sie nicht mal abgesteckt, da ich ohnehin den Eco-Modus aktiviert habe, wo die Leiterschleifen bei Inaktivität des Roboters spannungsfrei sind.

Mein Garten hat teilweise 30 Prozent Steigung. Das merkte ich, indem der Roboter an gewissen Stellen bei ungünstiger Anfahrrichtung hängen blieb. Ab und zu rutschte er auch über die Begrenzung über eine Böschung. Ich schiebe das auf ein einziges Manöver: das Rückwärtsdrehen mit etwas Rückwärtsfahren. Hier scheint der Roboter etwas zu weit über die Grenze zu kommen. Wenn dabei das hintere Rad über die Böschung schaut, kann er abrutschen.

Ich notierte Stehzeiten von acht bis fünfzig Prozent der programmierten Mähzeiten.

Wenn der Roboter hängt, muss man ihn nach Eingabe des Sicherheitscodes am Nummernpad wieder manuell starten. Das gilt auch für jede Art von Störung. Mit Ausnahme eines Gegenstandes, der im Weg steht: hier ist der Roboter so sensibel, dass er einfach sofort stehenbleibt und in einer anderen Richtung weiterfährt. Also kein Problem, wenn mal was im Weg steht.

Eine Stelle, an der er am Rasen gerne hängen geblieben ist, haben wir mit einem zusätzlichen Blumenbeet entschärft. Wiederum hat sich das Selberverlegen der Begrenzung und die Kabel-Depots als gute Entscheidung herauskristallisiert.

Mit diesen Nachbesserungen an den Grenzen kommen wir auf deutlich weniger Stehzeiten, wo man den Roboter retten muss. Ich schätze, dass es sich maximal bei ungefähr einem Drittel einpendelt.

Wenn man längere Zeit fort ist, empfiehlt es sich, wenn man einer Vertrauensperson eine kurze Instruktion und den PIN vom Roboter gibt, sodass er nicht im ungünstigsten Fall am ersten Tag der Abwesenheit hängenbleibt.

Der Stromverbrauch der Basisstation, an der Sich der Roboter auflädt, ist vernachlässigbar. Mit einer Wochen-Mähzeit von 18 Stunden komme ich auf einen theoretischen Jahresumsatz von 23 Euro, sofern ich alle zwölf Monate mähen würde. Das Maximum ist knapp unter 40 Wattstunden. Im Durchschnitt braucht er 37 Watt pro Tag (nicht Mähtag) im Durchschnitt. Hier ist die Stehzeit natürlich mit drinnen.

Kabelbruch

Wenn man eine überschwängliche Hilfe im Garten hat, kann es sein, dass eines der Begrenzungskabel mehrfach durchtrennt wird. Das ist weiter kein großes Drama, sofern man an die Kabel-Depots gedacht hat und noch welche von den praktischen Kabelverbindern übrig hat.

Service

Ich warte den Roboter wöchentlich. Das ist auch sehr rasch erledigt. Neben einer groben Reinigung mit trockener Bürste kümmere ich mich um die Messer an der Unterseite.

Die Unterseite vom R40Li
Die Unterseite vom R40Li
Abmontiertes Messer mit Verschmutzung
Abmontiertes Messer mit Verschmutzung

Die Messer sammeln längere Grashalme. Das führt dazu, dass die Messer sich nicht mehr frei drehen können. Das freie Drehen der Messer ist wichtig, denn so werden die Messer geschont.

Aus diesem Grunde montiert man die Messer mit einem Schraubenzieher ab. Das angesammelte Material an Messer und Roboter kann man einfach lösen. Je nach Zustand der Klingen montiere ich sie nach dem Putzen wieder verkehrt ein oder ersetze sie mit Ersatzklingen.

Die Ersatzklingen gibt es von Gardena oder eben als Nachbauprodukt. Ich habe das günstigere Nachbauprodukt bestellt und war damit zufrieden. Ein Satz aus drei Messern und drei Schrauben kommt somit auf nur 1,60 Euro. Das kann man sich im Notfall schon mal wöchentlich leisten. Im Schnitt tausche ich jede zweite Woche die Messer.

Die Abnutzung der Messer ist recht unterschiedlich, je nach Jahreszeit, Regenmenge und Pflanzen.

Service-Werkzeug und Ersatzklingen
Service-Werkzeug und Ersatzklingen

Für das Service kaufte ich mir neben den Ersatzmaterialien eine Küchenbürste und legte einen Schraubenzieher bereit.

Ersatzmesser mit Schraube
Ersatzmesser mit Schraube

Beim Zusammenschrauben ist es wichtig, dass das Messer sich frei drehen kann. Wie man am Foto rechts sieht, hat die Schraube einen kleinen Stutzen, wo kein Gewinde ist. In diesem freien Stück soll das Messer liegen.

Ich machte am Anfang den Fehler, dass ich das Messer zwischen den Stutzen und dem Roboter eingeklemmt habe. Das ist nicht Sinn der Sache.

Also immer brav achten, dass die Messer sich um die Schraube frei drehen.

Fazit

Anfangs war ich etwas skeptisch, dass das chaotische Muster des Mähens und das Fehlen eines Regensensors Sinn machen. Doch das funktioniert in der Praxis wunderbar.

Spätestens nach den letzten Anpassungen des Geländes an die Schwierigkeiten des Roboters können wir das Thema Mähen getrost vergessen. Ab und zu muss man den R40Li retten, doch das ist jetzt nicht mehr so schlimm.

Ich würde jederzeit wieder einen Rasenmäherroboter anschaffen.

Disclaimer: Wie bei allen meinen Blogbeiträgen bekomme ich hierfür kein Geld. Nur die Amazon-Links sind so gemacht, dass ich Minisummen bekomme, wenn jemand drauf klickt und das Produkt bestellt. Seit 2009 "verdiente" ich damit einen Gutschein von AFAIR fünfundzwanzig Euro.

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