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Ein Plädoyer für die vergessene Kunst des Wartens

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Der Kurier hatte ein Essay von Guido Tartarotti über das, wie man Zeit empfindet oder plant.

Den Artikel fand ich super.

Wer mir hier auf meinem Blog oder auf Twitter folgt, der würde eventuell auf die Schlussfolgerung kommen, dass ich auch jemand bin, der TV-Serien in Binge-Watching-Manier und mit eineinhalb-facher Geschwindigkeit ansehe.

Oftmals stimmt das auch, wenn auch nicht beim Serienschauen. Ich habe tatsächlich immer die aktuellen Nachrichten, faszinierende Vorträge, Präsentationen und Vorlesungsmitschnitte am Handy, sodass ich Totzeiten mit etwas überbrücken kann, das mich interessiert und wo ich etwas lernen kann.

Doch ich bin nicht immer beim Optimieren von Zeit. Gerade beim Fahrradfahren wähle ich meine Strecke so, dass ich möglichst wenig im Autoverkehr fahre. Ich stelle mich beim Einkaufen oft bewusst an eine Schlange, die nicht die kürzeste ist. Hier kann ich kreativ werden mit allen möglichen Metriken wie beispielsweise die Schlange mit der am freundlichsten aussehenden Verkäuferin oder wo die Impulsartikel für mich am uninteressantesten sind.

Das ist ein Prozess. Ich ertappe mich viel zu oft dabei, am Computer an sich unwichtige Aufgaben zu erledigen. Deshalb versuche ich periodisch, etwas ganz anderes zu machen. Beispielsweise war ich gestern im Freibad und habe ein extrem interessantes PIM-Buch angefangen zu lesen. Das hat in mir wiederum ein Feuerwerk an Ideen entfacht und deshalb stehen die Chancen gut, dass ich die einundfünfzig aufgestauten kleinen und größeren Todos meiner Agenda ignoriere und stattdessen wieder etwas Tolles programmiere. So zur Entspannung. Mal sehen…

Offenbar mag ich untätiges Warten auch nicht. Jedoch habe ich Freude daran, von seinem Muster ab und zu abzuweichen und andere Wertigkeiten zu setzen. Und genau davon handelt der besagte Artikel.

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