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Das Murkraftwerk wird gebaut: die Katastrophe kommt

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Nun haben wir den Salat. Der Bau vom Murkraftwerk hat begonnen.

Ich habe schon vor Jahren vor diesem idiotischen Projekt an dieser Stelle gewarnt. Nicht nur die lokalen Organisationen warnten vor dieser Katastrophe, auch die Presse fasste unlängst wieder die Geschehnisse zusammen.

Hier eine aktuelle Zusammenfassung der Situation so kurz vor den Wahlen in Graz.

Finanziell wird das Projekt auch von den Erbauern bereits vor Beginn als Verlustgeschäft betrachtet. Der WWF kommt zum selben Schluss. Und man weiß nur zu gut, dass während eines solchen Großprojektes laufend Kosten dazukommen. Gut gemacht.

Als Stromlieferant wird das fertige Kraftwerk weniger als ein Prozent des steirischen Stromverbrauches bringen. Also vernachlässigbar nichts.

Weniger als zwei Arbeitsplätze entstehen langfristig nach dem Bauende.

Doch das, was mich am meisten ärgert: der Grüngürtel entlang der Mur wird ab Höhe Augarten total geschlägert. Dazu in der Presse:

16.500 Bäume aller Größen, die gefällt werden müssten, wurden im November sachverständig gezählt, darunter 824 ökologisch wie stadtklimatisch bedeutende Bäume mit einem Umfang von mehr als 150 Zentimetern und Höhen bis 15 Meter – doppelt so viele, wie im Grazer Stadtpark stehen.

Jo geht's noch?

Natürlich wird nach dem Bau wieder aufgeforstet, hört man von den Projektbetreibern. Aber wenn man genauer hinsieht, dann merkt man wie höhnisch diese Aussage ist. Die meisten Bäume werden als Kompensation außerhalb vom Stadtgebiet im Süden gepflanzt. In Graz kommen nur ein paar Jungbäume auf die teilweise mehrere Meter hohen Dämme. Die dürfen auch nie besonders groß werden, um die strukturelle Integrität der Dämme nicht zu gefährden.

Also machen wir mal in der Stadt, die ohnehin Feinstaub-Kaiser ist, mehr Bäume weg als im Stadtpark stehen. Ich wiederhole: Mehr Bäume als im Stadtpark stehen. Die hatten viele Jahrzehnte Zeit zum Wachsen und sind teilweise bereits entsprechend Riesen. Das ersetzen wir mit einem Bruchteil an Minibäumen, deren Blattfläche frühestens in einem Jahrhundert an den jetzigen Stand nahekommen. Das ist ein schlechter Scherz der Projektbetreiber. Hier gibt es auch eine interessante Studie von Univ. Prof. Dr. Werner Hofmann.

Dazu kommen noch die furchtbaren Auswirkungen auf die restliche Vegetation, die komplette Mur-Fauna, zusätzliche Feinstaubentwicklung durch den Bau, beidseitige Sperre der Mur für Räder und Fußgänger während des Baus, unabsehbare Auswirkungen auf das Grundwasser und so weiter.

Beispielsweise die 800 zusätzlichen LKWs nur alleine auf der Puntigamerstraße werden die Asphaltdecken vernichten. Ein schwerer LKW belastet die Straße so viel wie fünfzehntausend bis hunderttausend PKWs. Das muss man sich einmal vorstellen!

Wir haben also keine finanziell deckende Aussicht. Die Anrainer werden sich auf etliche Jahre Horrorbaustelle mit entsprechendem Schwerlastaufkommen und drastischen Wertverlust ihrer Wohnungen und Häuser einstellen müssen. Sowohl die Flora als auch die Fauna sind nachhaltig auf Jahrzehnte zerstört. Die Feinstaubbelastung wird sich in neue Rekordwerte begeben. Weniger als ein Prozent des steirischen Stromaufkommens wird abgedeckt. Wesentlich sinnvollere Projekte zur Stromreduzierung wurden eingebracht und politisch abgelehnt.

Also für mich sieht das eindeutig danach aus, dass Politiker und andere Beteiligte durch Bestechung von dem Projekt profitieren. Kein anderer Anreiz ist hier für mich zu erkennen. Mal sehen, wer denn für das Projekt ist: ÖVP, SPÖ und FPÖ beschlossen politisch das Kraftwerksprojekt und haben damit den Gemeinderat gesprengt. Das rechne ich der Grazer KPÖ sehr hoch an! Wir haben nun Anfang Februar Neuwahlen in Graz.

Von Anfang an dezidiert gegen das Murkraftwerk waren auf alle Fälle neben der KPÖ auch die Grünen. Auch die Partei »Einsparkraftwerk« tritt als Kraftwerksbaugegner an. Bei den anderen antretenden Parteien vermisse ich ein entschiedenes Kraftwerksbau-Ablehnen. Zumindest ist mir bislang nichts untergekommen. Selbst die Piraten scheinen nur die abgelehnte Volksbefragung zu missen anstatt das Projekt aus allen sachlichen Gründen abzulehnen.

Also: geh' hin zur Wahl und entscheide weise zwischen den Parteien.

Lies doch auch diesen Beitrag von mosaik.

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