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Geh' wählen!

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Bitte geh' wählen.

Nutze dein Stimmrecht, sodass es dir erhalen bleibt.

Du hast drei Möglichkeiten bei jeder Wahl: eine Partei oder einen Kandidaten wählen, ungültig (weiß) wählen oder daheim bleiben. Bevor du aus diversen Gründen daheim bleibst, solltest du dir kurz diesen Blogbeitrag durchlesen.

Kandidat oder Partei wählen

Bei jeder Wahl gibt es eine Auswahl. Mindestens zwei Kandidaten oder Parteien stellen sich der Wahl und man kann sich entscheiden, welche Seite die eigenen Interessen am besten unterstützt.

In den meisten Fällen ist kein idealer Kandidat in der Auswahl vertreten. Das ist auch zu einem gewissen Grad gut so, den das würde bedeuten, dass wir bei jeder Wahl zu viele Kandidaten aufstellen und sich nach der Wahl schwer Mehrheiten finden lassen.

Man gleicht also die eigenen Interessen mit denen der zur Auswahl stehenden Kandidaten ab und sucht die größten Übereinstimmungen.

Ungültig wählen

Hat man trotzdem große Schwierigkeiten, die Wahl zu fällen, weil kein Kandidat in Frage kommt, so hat man die Möglichkeit, eine ungültige Stimme abzugeben.

Ungültig gilt eine Stimme dann, wenn sie keinem Kandidaten zuzuordnen ist. Die formalen Kriterien sind glaube ich bei den diversen Wahlen nicht gleich - bitte selbst informieren.

Üblicherweise gibt man den leeren Stimmzettel ab und lässt alle Kreise, in denen die eigene Wahl stehen soll, unberührt weiß. Daher kommt auch der Begriff, dass man »Weiß wählt«.

Nicht wählen

Seine Stimme bei einer Wahl nicht nutzen ist die schlimmste Option: man verzichtet auf sein Recht, man schwächt die Demokratie, man drückt Gleichgültigkeit aus. Faktisch ist es kein Protest. Wenn du bei einer Wahl durch Daheimbleiben protestieren möchtest, machst du einen logischen Fehler. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Alle Nichtwähler unterstützen durch ihr Nichtstun den Ausgang einer Wahl. Egal, wer gewählt wird, die Nichtwähler stimmen dem Wahlausgang still zu. Ob es dem Nichtwähler passt oder nicht. Es liegt in der Natur der Sache, dass es ein zustimmendes Schweigen ist und es hier kein protestierendes Schweigen gibt.

Streng genommen dürfte also sich kein Nichtwähler nach einer Wahl aufregen. Er hat diesen Ausgang durch sein Nichthandeln unterstützt und somit von vorn herein abgesegnet.

Deshalb plädiere ich dafür, dass man Protest nur durch Weißwählen ausdrückt. Nicht durch Wahl eines Kandidaten, der ein sogenannter Spaßkandidat ist. Nicht durch Wahl von extremen Kandidaten wie beispielsweise die Rechten. Das sind alles Optionen, die ziemlich viel Schlechtes in die Welt gebracht haben. Wenn nämlich so ein Spaßkandidat oder eine extreme Gruppierung wie die Rechten durch einen hohen Anteil an Protestwählern an Macht kommen, hat das weitreichende negative Auswirkungen auf uns alle.

In Österreich gibt es eine lange Liste an Skandalen, Gerichtsurteilen, wo auffällig häufig rechte Protest-Parteien beteiligt waren. Politisch motivierte Gewaltverbrechen haben bei den Anhängern der rechten Parteien ein Maximum. Rechte Parteien sind immer nur gegen etwas aber haben extrem selten etwas Gestaltendes zu bieten.

Aber jetzt wird es offensichtlich parteiisch. Zurück zum Thema.

Warum eine ungültige Wahl besser ist als Nichtwählen

Wir haben relativ viele Nichtwähler, was sich in der Wahlbeteiligung widerspiegelt. Ich persönlich führe das darauf zurück, dass der Durchschnittswähler glaubt, dass Nichtwählen ein Protest ist. Oder aber auch, dass die Politikverdrossenheit Menschen dazu bringt zu denken, dass ihre Stimme nichts bewirkt.

Wir haben viele Beispiele, nicht nur in Österreich, wo Wahlen »arschknapp« entschieden wurden. Sehr wohl hat jede einzelne Stimme eine Auswirkung.

Zum Thema »Nichtwählen als Protest« gibt es viele Meinungen. Nicht zuletzt hat sogar Armin Wolf das Weißwählen mit dem Nichtwählen gleichgesetzt. Dem kann ich nicht zustimmen.

Klarerweise ist es so, dass Nichtwähler und Weißwähler die Wahl gleich beeinflusst haben: nämlich gar nicht. Die gewählten Parteien sind nicht anders verteilt.

Andere Dinge sind allerdings durchaus anders beim Weißwählen. Bei den meisten Wahlen sind die Weißwähler eine kleine Minderheit und spielen daher keine Rolle - auch nicht als Protest. Würden aber die Nichtwähler, die mit ihrem Stimmenverzicht protest ausdrücken wollen, zu Weißwählern werden, so könnte man sie von den Politikdesinteressierten unterscheiden.

Anhand eines Beispiels mit fiktiven Zahlen kann ich das veranschaulichen. Man stelle sich folgendes Wahlergebnis vor:

Im Vergleich dazu ein alternatives Ergebnis, wo die Parteien komplett gleiche Ergebnisse liefern aber ein satter Teil der Nichtwähler zu Weißwählern wurden:

Ja, die Parteien A, B und C haben bei beiden Wahlen das absolut idente Ergebnis gemacht. Ja, die anderen Stimmen (ungültig oder nicht genutzte Stimmen) haben das Ergebnis nicht beeinflusst.

Was allerdings deutlich sichtbar wird: die zweite Wahl ist schon alleine deswegen politisch gestärkt, weil die Wahlbeteiligung bei satten neunzig Prozent liegt. Nur eine kleine Minderheit von zehn Prozent blieb daheim. Das zeugt von politischem Bewusstsein und der staatsbürgerlichen Verantwortung.

Durch den sehr hohen Anteil von Weißwählern (immerhin stolze 28 Prozent der Wähler), wird klar, dass der Protest, die Unzufriedenheit bei den Wählern eklatant zum Himmel stinkt. Die Weißwähler haben sogar mehr »Wähler« als die Partei C. Nun werden die Medien aufspringen. Hier wird plötzlich ein Ruf nach Veränderung laut. Niemand kann diesen Teil der Wähler ignorieren. Das ist der Unterschied.

Natürlich: solange die Weißwähler eine verschwindend kleine Gruppe bleiben, kann man sich auch der Meinung anschließen, dass eh alles egal ist und Nichtwählen zumindest unnötige Arbeit beim Auszählen spart.

Ich bin da ganz anderer Meinung.

Fazit

Das meiner Meinung nach Sinnvollste, was man mit seiner Stimme machen kann ist, dass man einen aufgestellten Kandidaten wählt. Auch, wenn es kein »optimaler Kandidat« ist. Auch, wenn man denkt, man wählt das geringere Übel - wobei mir diese Floskel im Herzen sticht.

Daheimbleiben ist das Schlechteste, was man seiner Stimme antun kann. Bevor man das tut, soll man lieber ungültig wählen gehen.

Also: bitte einen Kandidaten aussuchen und zur Wahl gehen. Es geht um viel. Bei jeder Wahl.

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