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eBike-Service beim Kotnik

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Mein eBike brauchte nach der Wintersaison wieder eine neue Kette. Mit der neuen Kette braucht es nach meinen Serviceerfahrungen leider auch jedes Mal eine neue hintere Kassette. Beide nutzen sich gleich schnell ab. Nun sind erstmals auch die Bremsbeläge zu tauschen. Ich fahre aber auch recht viel damit. Pro Arbeitstag fast dreißig Kilometer und das bei beinahe jeder Witterung, das ganze Jahr. Mittlerweile hat mein eBike die Fünfzehntausendermarke an Kilometerleistung erreicht. Ich finde das durchaus beachtlich.

Da ich (leider) nur dem Kotnik ruhigem Gewissens (m)ein eBike anvertrauen kann, habe ich mich trotz meiner Hassliebe aus den vorigen Service-Erfahrungen (eins, zwei, drei) dazu entschlossen, es dort wieder zu probieren.

Da ich mir in der Vergangenheit vom Kotnik schon Vorwürfe anhören musste, dass mein Rad so dreckig ist, habe ich dem Kotnik diesmal eins ausgewischt: ich putzte es vorher. Da die Kette im Eimer ist, diese natürlich nicht.

Zum Service bringen

Zwei volle Wochen musste ich auf einen freien Serviceplatz warten, dafür geht es innerhalb eines Tages. Also knapp vor Geschäftsschluss vorbeigebracht und meine Mindestanforderungen artikuliert:

Mir wurde klargemacht, dass Kette und Kranzl auf alle Fälle kaputt sind. Damit habe ich schon gerechnet.

Die Bremsflüssigkeit wird nicht das Problem sein, da meine Bremsen dahingehend wartungsfrei sind. Allerdings die Bremsblöcke sind ebenfalls erwartet am Ende ihrer Lebenszeit.

Ich sagte noch ausdrücklich, dass sie gerne auch ein Firmware-Update machen können, so wie sie es bislang auch getan haben. Dabei erkundigte ich mich, was denn bei der neuen Version anders ist. Das wussten sie leider nicht - Bosch verrät das den Händlern leider nicht.

Am nächsten Tag wurde ich angerufen, ob ich nicht auch die Pedale um 25€ wechseln möchte, da eines festsitzt. Dazu gab ich mein Okay.

Abholen und Fazit

Eine halbe Stunde vorm Geschäftsschluss war viel los. Etwas musste ich warten, bis ich an die Reihe kam. Kein Problem.

Der Leistungsumfang war ein normales Service mit Tausch von den Pedalen, Kette, Ritzelpaket und die Bremsbeläge. Mit 2€ Schmiermittel und Arbeit machte das stolze 243.85€. Für ein Fahrrad recht happig, möchte ich meinen. Um ziemlich genau das selbe Geld kaufte sich meine Freundin ein ganzes Fahrrad wohlgemerkt! Ihr Auto-Service kostet in der Regel immer deutlich weniger als meines. Wo ist da die Relation (beim Service)?

Meine Radkostenstatistik wird nun um folgendes erweitert:

Was Preis
Pedale 24.95
Kette 21.95
Ritzelpaket 49.95
Bremsbeläge 46.00
Schmiermittel 2.00
Arbeit 99.00
243.85

Dafür schenkte mir Frau Kotnik ein Fahrradöl um 10€, das ich mir vorab ausgesucht habe. Immerhin.

Anders, als die Services bisher, gab es aber diesmal keinen Ausdruck von den Fehlercodes und den Statistika meines Bosch-Motors. Schon alleine aus Neugierde finde ich das aber schon interessant. Als ich nachfragte meinten sie, dass das kein Problem ist. Das kostet allerdings 25€ zusätzlich.

Das fand ich dann aber wieder etwas seltsam: einerseits können sie mir nicht sagen, was bei einem Firmware-Update besser wird und auf der anderen Seite kostet es extra Geld. Da ich kein offensichtliches Problem mit der Software habe, lehnte ich die Extrakosten und das Update ab. Wo ist dann der Vorteil, dass ich mein eBike zu einem teuren, ausgesprochenen eBike-Spezialisten bringe und nicht zu einem billigen Radservice ohne eBike-Ausrüstung?

Ich denke, der Kotnik wird mich so schnell nicht mehr wiedersehen für ein normales Service, wo ich kein spezielles Motorproblem habe. Bei meinem Servicepartner der Wahl (ohne eBike-Erfahrung oder -Ausstattung) bekam ich die selbe Leistung um deutlich weniger Geld und mehr Freundlichkeit serviert.

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