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Elektronische Preisschilder verändern das Einkaufen

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In Berlin habe ich sie bereits gesehen: elektronische Preisschilder, die mit einem ePaper die Preisschildinformationen anzeigen. Heute hat auch der ORF einen Artikel zu dem Thema, der auch interessante Nebeneffekte aufzeigt.

Spannende Sache.

Programmierung

Bin mir noch nicht sicher, wie die Preisschilder zu ihren Informationen kommen. ich könnte mir denken, dass das derzeit noch mit speziellen (Bluetooth?) Geräten passiert, die man zum Programmieren der Dinger verwendet. Auf einer Herstellerseite (aus Graz!) steht nur "wireless technology". Zumindest in einiger Zeit wird das sicher auch per WLAN funktionieren.

Auswirkungen

Was es sicher geben wird, sind Preise, die über den Tagesverlauf variieren. Stoßzeiten-Preise für Milch und Lockpreise bei Flautentageszeit, wir kommen!

Ich prognostiziere, dass es diverse Hacks geben wird, wo Leute die angezeigten Informationen verändern. Mal sehen, wie sicher die derzeit verwendete Verschlüsselung implementiert ist.

Denkbar ist ebenso, dass mit Aufkommen von RFID oder NFC die angezeigten Preise variieren - je nach Kundenhandy, das gerade davorsteht. Es ist ja bereits üblich, dass Apple-Geräte in Webshops teurere Preise angezeigt bekommen, weil Apple-Besitzer gerne auch mal mehr zahlen. Hier müsste sich der Handel etwas Besonderes einfallen lassen, um die Preisschilder mit dem Kassapreis zu synchronisieren. Abgesehen von den juristischen "Problemchen".

Der Fantasie (der Firmen) sind hier leider kaum Grenzen gesetzt. Bald wird es finanzielle Nachteile bedeuten, wenn ein Kunde ohne sich mit seiner Kundenkarte, seinem Handy oder seiner Bankomatkarte auszuweisen anonym einkaufen möchte. Und die Kunden werden wiederum bereitwillig ihre persönlichen Daten hergeben, ohne sich der negativen Auswirkungen davon wirklich bewusst zu sein.

Update 2015-02-01: heise-Artikel über "Flatterpreise" und mehr.

Erfreuliches mit negativem Beigeschmack

Doch auch positiven Zusatznutzen könnten zukünftige Interaktionsmöglichkeiten mit den Kundenhandys bieten. Der ORF-Artikel nennt Abgleich von Allergieinformationen oder Einkaufslistenhelferleins.

Wie üblich wird dabei der Schutz der Privatsphäre zu Gunsten von noch besseren Kundenprofilen bei den Firmen ignoriert werden. Ist ja praktisch, nicht? Und die meisten Kunden haben kein Bewusstsein, was mit ihren so gesammelten Daten passiert. Wie auch schon derzeit bei Facebook, Whatsapp, Kundenkarten und so weiter.

Mündige Kunden

Doch auch Kunden können mit Technologie "zurückschlagen". Worauf ich schon seit über zehn Jahren gespannt warte, ist sowas wie Geizhals nur für Lebensmittel. Ich möchte vor einem Regal im Supermarkt stehen und nachschauen können, ob die Rasierklingen vor mir im Rahmen sind oder wesentlich teurer wie in der Drogerie, in die ich am Folgetag sowieso gehen möchte. Gerade Preise von Artikel, die man nur alle paar Monate kauft, hat man nicht im Kopf.

Als ich noch meinen Palm-PDA verwendete, habe ich mir selber eine kleine Datenbank zurechtgeschustert, wo ich mir Preise (inkl. Aktionsablaufdatum) notieren konnte. Praktischerweise konnte ich Produkte mit deren Packungsgrößen separat von den Preisen eingeben. Das ermöglichte zum Beispiel auch das einfache Vergleichen vom Rasierklingeneinzelpreis einer 8er-Packung mit der einer 3+1 gratis Verpackung.

Auf Android gibt es weder diese wirklich einfach zu bedienende relationale Datenbank, noch habe ich bislang eine App gefunden, die so eine Produkt-Datenbank zufriedenstellend implementiert hat.

Schöne neue Einkaufswelt.

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