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Hubsan x4 Quadcopter

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Kurz nach Silvester habe ich einen kleinen Quadcopter von Achi präsentiert bekommen. Er hat mich dann damit infiziert und so habe mir im Jänner ebenso einen Hubsan H107c bestellt.

Von diesem Quadcopter gibt es zwei Varianten: die günstige Version ohne Kamera und die etwas teurere mit einer eingebauten HD-Kamera. Letzterer ist nun meiner.

Für das Aufnehmen eines Flug-Videos ist eine Micro-SD-Karte von Nöten, die nicht im Lieferumfang enthalten ist. Die HD-Kamera bietet HD-Auflösung aber keinesfalls die gewohnte HD-Qualität. Nichtsdestotrotz macht sie beeindruckende Videos auch von durchaus großer Höhe.

Auf YouTube findet man etliche Videos, die einen ersten Eindruck vermitteln. Alle Bestandteile des Quadcopters bekommt man teilweise spottbillig auch einzeln: Gehäuse, Motoren, Kamera-Modul, Fernbedienung, RC-Modul, und so weiter.

Banggood.com

Bestellt habe ich bei Banggood.com, die eine wirklich schlecht gemachte China-Webseite haben. Das Gute ist jedoch, dass sie keine Versandgebühren verlangen. Man kann daher auch um Kleinstbeträge jederzeit Ersatzteile bestellen. Doch muss man dann unter Umständen lange Lieferzeiten in Kauf nehmen, da hier im Normalfall keine besonders schnelle Versandart verwendet wird. Zwei bis sieben Wochen sind auch für sofort lieferbare Teile keine Seltenheit.

Aus eigener Erfahrung muss ich auch sagen, dass der Kundensupport quasi nicht-existent ist. Für Lieferungen braucht man einfach viel Geduld. Ich habe dort schon über fünf Mal bestellt und es kam noch alles an. Interessant finde ich jedoch, dass sie gerne eine Bestellung von mehreren Dingen auf lauter einzelne Briefe/Pakete aufteilen. Insofern muss man sich auch nichts denken, wenn man tatsächlich Ersatzrotoren um wenig Geld einzeln bestellt.

Empfehlenswert zum Mitbestellen

Aus meiner Erfahrung kann ich auch gleich ein paar Dinge aufzählen, die man sich zu so einem Hubsan Quadcopter gleich mitbestellen sollte.

Da der mitgelieferte 380mAh-Akku nur von kurzer Freude ist (ungefähre Flugzeit von fünf Minuten) und auch relativ lange beim Laden braucht (30-60 Minuten), empfiehlt sich zumindest ein 5er-Pack 500mAh-Akkus.

Um den Ladeprozess effizient zu gestalten, sind entweder ein 1-auf-5-Ladekabelverteiler oder alternativ mehrere USB-Ladekabel zu verwenden. Letztere Methode benötigt aber auch entsprechend viele USB-Ladegeräte. Das Laden über eine USB-Buchse eines Computers dauert deutlich länger wie mit einem USB-Ladegerät, wie sie mit aktuellen Smartphones kommen. Vorsicht: mein erstes USB-Ladekabel von Hubsan hat einen Wackelkontakt. Das merkt man dann leider nur daran, dass der Akku auch nach einer Stunde Laden sofort wieder leer ist.

Gerade für den Quadcopter-Neuling, sind mindestens zwei Ersatzsets für Rotoren (in diversen Farben erhältlich!) Pflicht. Ich brauchte zwei bis drei Sets, bis ich den Quadcopter in der Wohnung halbwegs im Griff hatte. Eine Rotor-verschleissende Lernphase ist somit unausweichlich. Ein Ersatz-Set von Rotoren ist bei jedem Hubsan bereits dabei. Ebenso das kleine Metall-Werkzeug zum einfachen Wechseln der Rotoren.

Ebenso beigepackt ist jedem Hubsan ein Protection-Cover (auch in diversen Farben) um die Rotoren und vor allem Mobiliar und Menschen vor den scharfen, schnellen Rotoren zu schützen. Auch hier wird man in der Anfangsphase sicher das mitgelieferte Teil zerstören.

Seit März gibt es alternativ dafür auch einen Ersatz-Protektor mit Schutz von oben, der gegen das Ansaugen zur Decke schützt. Den konnte ich noch nicht ausprobieren.

Freude am Gerät

In der Wohnung würde ich als Anfänger nicht mehr beginnen. Am besten, man lernt den Umgang mit dem Teil draussen, mit viel freiem Platz.

Das macht auch gleich viel mehr Spaß. Gerade die Videos, die ich zum Beispiel aus großer bis sehr großer Höhe beim Schwarzlteich aufnehmen konnte, faszinieren mich nach wie vor. Aus der Vogelperspektive sieht man die Umgebung gleich viel anders.

Vorsicht ist jedoch von Nöten, da man bei steigender Entfernung relativ schnell nicht mehr erkennen kann, wo die vorderen Rotoren und die hinteren Rotoren sind. Insofern kann man auch nur noch schwer erkennen, wo vorne ist. Dadurch wird die Steuerung schwer und im Ernstfall verliert man auch die Kontrolle über den Quadcopter.

Beim ORF-Park habe ich meinen Quadcopter schon beinahe verloren: ich bin in große Höhe aufgestiegen, um einen Rundumblick aufzunehmen. Das Absteigen kann man meiner Meinung nach schwer dosieren. Entweder, die Rotoren haben noch zu viel Speed und er kommt nicht runter oder es gibt zu wenig Auftrieb, sodass der Quadcopter im Ernstfall instabil wird und ins Trudeln kommt. Letzteres ist mir passiert. Man kann mit Speed den Quadcopter wieder stabilisieren, jedoch war dann die Ausrichtung vollkommen indifferent und gepaart mit größerem Abstand ist mir der Quadcopter dann irgendwohin abgedriftet. Gottseidank haben wir ihn dann doch noch wo gefunden.

Die HD-Videos werden ganz gut. Deren Größe ist aber auch nicht zu vernachlässigen. Für eine Minute werden dann schon 130 Megabytes fällig. Dadurch, dass man am Quadcopter den Ein/Ausschalter bedienen muss, kann man auch nur gesamte Flüge von Start bis Landung aufnehmen. Die Beschreibung mahnt dabei, dass bei einem unsanften Landen des Quadcopters das Video nicht gespeichert wird. Diesen Fall hatte ich aber trotz ein paar Quasi-Abstürzen noch nicht.

Apropos Abstürze: wenn ein Hubsan unsanft landet, kann es sein, dass ein oder mehrere "Arme" knicken. Keine Angst, das ist als Dämpferfunktion so vorgesehen und kann leicht wieder rückgängig gemacht werden.

Das Protection-Cover rund um die Rotoren kann sich bei "Berührungen" mit Gegenständen (oder Abstürzen) etwas nach oben schieben. Leider reibt dann mehr und mehr der entsprechende Rotor am Plastik. Das führt zu Abnutzung und kostet Kraft. Empfehlenswert ist daher eine Kontrolle und Nachjustierung (Runterdrücken) des Protection-Covers vor jedem Start.

Der Quadcopter justiert sich selbst, indem er eine ruhige Lage vor dem Start als waagrecht annimmt. Aus diesem Grund ist es auch notwendig, dass man den Hubsan nicht auf unebener Fläche womöglich noch schief stellt und von dort startet. Dadurch driftet er mehr oder weniger rasch zu einer Seite ab. Bei genügend Schiefstand kann man das auch nur noch schwer durch Gegensteuern kompensieren.

Um den Artikel nicht zu lange werden zu lassen, lasse ich viele Sachen wie Expertenmodus, Flip-Unterstützung, und so weiter weg.

Steigerungsfähigkeit: FPV

Nachdem ich festgestellt habe, dass die Steuerung des Quadcopters für mich extrem schwierig wird, wenn ich keine gute Sicht mehr auf das Ding habe (zu hoch, hinter Baum, ...) und ich es persönlich nicht schaffe, einen auf mich zufliegenden Quadcopter zu steuern (Steuerung verkehrt), dachte ich mir schon länger, dass eine first-person-view (FPV) sehr hilfreich wäre. Eine FPV bedeutet einfach gesagt, dass das Kamerabild vom Quadcopter auf die Fernbedienung übertragen wird. Dort sieht man dann die (vordere) Umgebung aus der Sicht des Quadcopters.

Natürlich gibt es auch einen Hubsan Quadcopter mit FPV: Hubsan H107d FPV. Der ist dann natürlich um Einiges teurer: ungefähr das Doppelte vom H107c mit HD-Cam. Praktischerweise hat er den selben Formfaktor und nutzt auch die gleichen Rotoren, Akkus, Protektoren und so weiter wie der H107c. Auf YouTube fand ich diesen guten Kurztest, wo man einen guten Eindruck bekommt:

Pimp my Hubsan

Der H107d FPV hat allerdings auch einen entscheidenden Nachteil: im Gegensatz zum H107c werden Flugvideos nicht direkt am Quadcopter aufgenommen, sondern auf der Fernbedienung. Aus diesem Grund wird auch nicht ein HD-Video aufgenommen, sondern nur das reduzierte und mit Übertragungsfehlern versehene Video, das man ansonsten ja nur zur Steuerung benötigt.

Dummerweise wird das Format zudem noch recht gestaucht gespeichert, sodass man entweder deinem Videoabspielprogramm mitteilen muss, die Seitenverhältnisse wieder zu korrigieren oder man erledigt das permanent mit einer Nachbearbeitung der Videodatei.

Wenn man die schlechtere Videoqualität nicht hinnehmen möchte, gibt es für Bastlerfans auch Abhilfe. Beispielsweise kann man die 808 NO.16 V2 HD 120 Degree Mini Camera Module (ca. 33€) kaufen. Das ist eine winzige Schlüsselanhänger-Digitalkamera mit Akku, Micro-SD-Schlitz und einer Linse für Breitwinkelaufnahmen. Viele Hubsaner montieren das nackte Kameramodul (ohne Gehäuse) relativ russisch unterhalb vom H107d. Diese Kamera macht dann die schöne Aufnahme sogar besser noch als beim H107c.

Mit zusätzlichem Bastelaufwand kann man auch den Kamera-Akku runtergeben und die Stromversorgung vom Hubsan mitverwenden. Das spart das Gewicht vom Kamera-Akku ein, ohne die Laufzeit wesentlich zu reduzieren.

Zum Thema Keychain-Cam gibt es Anleitungen und Reviews und Informationen im Internet. Abschliessend sei noch auf ein weiteres Video hingewiesen, wo man einen wirklich coolen Flug durch Regallager mit Key Chain Cam sehen kann:

More to Come

Ich habe mir ebenfalls einen H107d bestellt, den ich allerdings noch nicht ausgiebig testen konnte. Ich werde vermutlich später darüber berichten.

Wenn ich dich mit dem Quadcopter-Spielzeugwahn angesteckt haben sollte, so möchte ich mich hiermit ganz herzlich bei dir entschuldigen. :-)

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