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Erfahrungen mit Winora T3 eBike

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Update 2015-04-23: Schierigkeiten, die Kette zu schmieren

Letzten August habe ich mir ein eBike gekauft. Dieser (lange) Beitrag gibt einen Überblick über den Entscheidungsprozess, meine Anforderungen, die Auswahl an Geschäften mit Beratung in Graz, die Auswahl an eBikes und eine Langzeitkritik zu meinem Winora T3.

Dadurch sollte jemand, der einen eBike-Kauf überlegt, gute Tipps zur Auswahl bekommen.

Warum ein eBike?

Mein altes Stadtfahrrad (Specialized) diente mir dreizehn Jahre auf täglicher Basis. Etliche Komponenten wurden dabei getauscht, sodass eigentlich nur noch der Rahmen inklusive Gabel, Gepäcksträger, Ständer und Schaltung die originalen sind. Der Zahn der Zeit in Kombination mit der häufigen Nutzung brachten mich zum Nachdenken, ob ich mir nicht mal ein neues Stadtrad leisten soll.

Im Auge hatte ich ein herrlich schönes KTM Gran, das für ein Stadtfahrrad meiner Meinung nach perfekt ausgestattet ist und zudem noch zum Niederknien schön ausschaut. Etwas teuer ist es allerdings schon.

Mit meinem Arbeitsplatzwechsel von der TU Graz zu Infonova (beim Schwarzl) musste ich allerdings eine Entscheidung treffen: Fahre ich in Zukunft mit dem Bus zur Arbeit, kaufe ich mir ein Auto oder probiere ich es mit dem Fahrrad.

Der Bus ist etwas mühsam, da die Verbindung von mir zum Schwarzl nicht die beste ist. Ein Autokauf scheint die logische Konsequenz, ist aber mit nicht unerheblichen Kosten (Anschaffung und laufende Kosten!) verbunden, das einen Reallohnverlust von ungefähr 400 Euro mit sich bringt.

Ich fahre auch leidenschaftlich gerne mit dem Fahrrad. Deshalb kam ich ins Grübeln, ob ich nicht lieber statt dem Auto ein eBike kaufen sollte. Damit dürfte ich ohne zu schwitzen in die Arbeit kommen und etwas Frischluft gerade in der Früh ist mir willkommen. Der Radweg von mir zum Schwarzl ist auch sehr fein (Murradweg, südlich vom Flughafen vorbei), wenn man nicht unbedingt die weitaus unbequemere kürzeste Strecke nimmt (Mitterstrasse).

Statt einem Fahrrad ein eBike finde ich für einen gesunden, noch halbwegs jungen Menschen nicht passend. Statt einem Auto ist ein eBike meiner Meinung nach durchaus eine gute Idee. Nicht zuletzt hat auch mein Bruder mit seinem eBike gute Erfahrung bei seinem Arbeitsweg (ungefähr 40 Kilometer am Tag) gemacht.

Kaufkriterien

Ein eBike-Selbstbausatz kam für mich nicht in Frage, da ich bei einem neuen eBike gerne Garantie hätte und ein nachgerüstetes eBike mir optisch weniger gut gefällt (Kabelführung, ...). Weiters gibt es bei den Selbstbausätzen genug Dinge, wo man ordentlich einfahren kann, wenn man kein Experte sein möchte (Batterie, Ansteuerung, ...).

Grundlegend unterteilen sich eBikes in Pedelecs und Elektrofahrräder. Letztere unterscheiden sich von den Pedelecs dadurch, dass man nicht einmal in die Pedale treten muss, um eine Unterstützung vom Motor zu bekommen. Ich möchte ein Pedelec, wo ich mit den Pedalen den Motor steuere. In Österreich gilt zudem noch eine Beschränkung auf 25 Kilometer pro Stunde für die Motorunterstützung. Darüber kann man zwar treten aber es fällt die gesamte Motorunterstützung weg.

Ausgehend von meinen Kriterien für den Kauf eines normalen Stadtrades (kein Elektroantrieb) suchte ich nach einem Rad mit Nabenschaltung. Diese ist quasi wartungsfrei und neuere Modelle bieten auch einen weiten Einsatzbereich. Da die Kette bei einer Nabenschaltung eine fixe Position hat (keine mehrfachen Zahnkränze vorne und hinten), kann man sie auch kapseln. Damit erreicht man eine deutlich bessere Haltbarkeit, weil sie vor Schmutz und Schmiermittelverlust weitgehend geschützt ist. Unabhängige Vergleichstests scheinen diese Annahmen weitgehend zu bestätigen. Praktischerweise wird mit so einem Teil auch das Gewand deutlich seltener schmutzig.

Weitere Kriterien meinerseits waren ein Nabendynamo, damit ich auch ohne Akku mit dem eBike in der Stadt mit Licht versorgt bin. Das Fahren ohne Akku erfordert auch eine Schaltung, die das ermöglicht.

Die gute Erfahrung mit der hydraulischen Bremse bei meinem alten Stadtrad (Magura HS-33) schränkte meine Suche auf eben solche ein. Allerdings gibt es ernstzunehmende eBikes sowieso nur mit besseren Bremssystemen.

Kotschützer, sehr gutes Licht, Gepäcksträger und (ab nun neu) ein Korb sollen für Strassentauglichkeit und Bequemlichkeit sorgen.

Bei der Sicherheit sollen erstklassige Radschlösser dem Übel der allgegenwärtigen Fahrraddiebstähle in Graz Widerstand bieten.

Geschäfte und Beratung

Ich nehme eine Anschaffung recht genau und bei einem eBike schaue ich mich erst recht lange nach einem geeignetem Produkt und einem ordentlichen Händler um.

2rad Express Schnabl

Meine Haus- und Hof-Fahrrad-Reparaturstelle ist ein kleines Geschäft. Er meinte, er kann mir jedes Rad aus seinen Katalogen bestellen aber er hat weder eBike-Know-How noch eine große Auswahl.

Das war mir leider zu wenig und so verblieb ich nur mit der Frage, ob er mein zukünftiges eBike servicieren kann, wenn ich Motor-relevante Dinge außen vor lasse. Ich bleibe ihm daher als Kunde für Reparaturen erhalten.

Gigasport Kastner & Öhler

Der Kastner/Gigasport gibt sich ja als Geschäft mit kompetenter Beratung. Leider muss ich berichten, dass ich im Juli nicht wirklich eine große Auswahl vorfand, noch eine akzeptable Beratung durch zwei Verkäufer stattfand. Ich war auf mich selbst gestellt mit den vorhandenen Rädern.

Leider durchgefallen.

Hervis Citypark

Als Überraschungskandidat entpuppte sich der Hervis im Citypark. Die kompetente und engagierte Verkäuferin erkundigte sich nach meinen Anforderungen und beriet mich wirklich gut.

Wir haben einige Modelle vor Ort angeschaut und dann im Katalog die beiden für meine Anforderungen in Frage kommenden Räder eingekreist. Sie hat dann sogleich beim Lieferanten angerufen und sich erkundigt, welchen Preis sie mir machen kann und wie lange die jeweiligen Wartezeiten wären. Den Katalog gab sie mir mit.

Ich war direkt begeistert!

Elektrofahrradcenter Graz Gerhard Bauer

So überraschend positiv mein Erlebnis beim Hervis war, so enttäuscht war ich von der Beratung vom Elektrofahrradcenter Gerhard Bauer in Puntigam. Dieses Geschäft verkauft nur eBikes aller Art. Insofern war meine Erwartungshaltung recht hoch. Beraten wurde ich kaum bis schlecht. Ich kam mir vor, dass sie meine Anforderungen gar nicht hören wollten. Mit Katalogen wurde ich versorgt und ein Selbstbausatz wurde mir angepriesen. So richtig überzeugt hat mich das aber nicht.

Beim Elektrofahrradcenter habe ich mir für ein Wochenende ein Damen-eBike ausgeborgt. Das hatte einen Panasonic Hinterradantrieb. Damit fuhr ich zum Schwarzl runter (Arbeitsweg testen) und auch die Petersbergenstrasse hoch (Bergauffahrt testen). Mein Fazit war gemischt. Der Motor war nicht der kräftigste und die Steuerung nicht optimal. Aber treten musste ich deutlich weniger.

Vychodil

Einer der Fahrrad-Klassiker in Graz ist der Vychodil. Da ich sowieso mal zufällig vorbei kam und einen Schlauch brauchte, erkundigte ich mich gleich nach eBikes.

Die haben dort sehr tolle Stadtbikes und MTBs herumstehen aber keine eBikes. Sie können mir aber aus dem Katalog alles bestellen, was ich möchte. Spezielles eBike-Know-How war aber nicht vorhanden.

Ich verstehe, dass nicht ein jedes kleine Geschäft eine entsprechend große Auswahl an (teuren) eBikes haben kann.

Intersport

Beim Intersport am Jakominiplatz standen noch wenige Räder herum: sehr zäher Restpostenverkauf.

Die Beratung beschränkte sich auf "alles, was noch da steht". Und das was da stand, gefiel mir nicht.

Intersport Eybl Megastore

Der Eybl hatte noch eine mittelgute Auswahl an teilweise wirklich stark reduzierten eBikes.

Bei der Beratung von zwei anderen Kunden habe ich mitgelauscht, sodass ich bereits wusste, dass sie nicht mehr bot als das Herunterratschen der Dinge, die am Zettel am Rad standen.

Kotnik

Bei Kotnik kaufe ich mein aktuelles Mountainbike und der Kotnik ist bekannt für seine Beratung. Ich war damals ebenso sehr zufrieden. Also nix wie hin.

Der Spezialist für eBikes ist der Kotnik Senior - der Chef selbst. Ein Bastler vor dem Herrn. Er erzählte mir viel. Sehr viel. Und auch sehr viel Interessantes.

Das Interessanteste war, was er mir über den Bosch Mittelmotor erzählte. Dass Bosch quasi Marktführer bei eBike-Motoren wurde habe ich bereits mitbekommen. Schließlich habe ich bei meiner Recherche schon sehr viele Bosch-ausgestattete Räder gesehen und im Geiste habe ich mich schon auf den Bosch-Mittelmotor als Antrieb schon festgelegt. Der Computer, die Bedienung, die Technik - alles war aus meiner Sicht stimmig.

In Hinblick darauf, dass ich bei fast allen Geschäften mich nach Rädern mit Bosch Mittelmotor und Nabenschaltungen erkundigte fand ich es höchst aufschlussreich, dass die Bosch-Motoren ab Werk bei Nabenschaltungen von 50 Nm auf ungefähr 23 Nm gedrosselt werden, um mit der Innengangschaltung ohne Verhaken schalten zu können. Der Seniorchef setzte mich auch auf drei Räder, um mich davon zu überzeugen, meine Nabenschaltung-Anforderung zu überdenken. Das erste war mit Nabenschaltung. Ich fuhr ein paar hundert Meter (gegenüber vom Kotnik im Industriepark mit kleinem Hügel). Danach probierte ich eine stufenlose NuVinci-Schaltung (allerdings ohne Automatik). Zu guter letzt setzte er mich auf ein Winora-eBike mit normaler Kettenschaltung (10 Gänge) und wiederum Bosch Mittelmotor. Ich muss sagen, das ist wirklich kein Vergleich. Der selbe Bosch Mittelmotor ist mit einer Kettenschaltung und damit ohne Drosselung sehr viel stärker bei Steigungen und auch beim Wegfahren. Eine Nabenschaltung mit der damit verbundenen Drosselung der Motorsteuerung ist also eine Verschwendung für diesen Motor. Ich revidierte sogleich meine Anforderung nach einer Nabenschaltung.

Was mich stark verwunderte war, dass das mit der Drosselung keinem anderen Verkäufer zuvor bekannt gewesen ist. Ich habe jeden Verkäufer erklärt, weshalb ich meine Anforderungen so gestellt habe. Insofern habe ich angenommen, dass sie mich auf so wichtige Dinge wie die Drosselung auf die Hälfte der Antriebskraft hinweisen hätten müssen.

Nun gut. Ich musste meine Kriterien neu überdenken. Weiters war ich von der tollen Beratung vom Kotnik soweit überzeugt, dass ich mich somit entschieden habe, mein eBike dort zu kaufen.

Neues Kriterium: Kettenschaltung

Mit der Entscheidung für eine Kettenschaltung änderte sich ein wenig das Feld der in Frage kommenden Räder. Kettenschutz à la Chainglider war dadurch leider auch passé. Der Kotnik meinte, dass eine Kette sowieso ein Verbrauchsgegenstand ist und im schlimmsten Fall öfters getauscht werden wird. Der Kostenpunkt ist hier nicht so schlimm, wenn man die Kette ein wenig pflegt und sie ersetzt bevor die Zahnkränze Schaden nehmen können.

Die weiteren Kriterien blieben unverändert.

Produkte und Entscheidung fürs Winora T3

Vorm Kotnik hatte ich in der engeren Wahl: diverse KTM Macina-Modelle (Macina, NuVinci, Bold; Hervis), Winora C1 und C2 (Elektrofahrradcenter) und das Cruiser NuVinci hybrid (Internet).

Beim Kotnik interessierte ich mich für das Winora T3 und das Cannondale E-Series 3 Kinneto, das mir optisch wahnsinnig gut gefallen hat.

Mit meiner neuen Anforderung nach einem Kettenantrieb blieben in der Endausscheidung nur noch das Winora T3 und das fesche Cannondale.

Das Winora T3 war keinesfalls hässlich. Es entsprach einem Vernunft-Bike mit sehr guten Komponenten für einen angemessenen Preis (unter 2500 Euro).

Das Cannondale mit seinem matt-schwarzen Lack war ein Hingucker. Allerdings fehlten etliche Dinge, die umgerüstet werden mussten, um meine Anforderungen zu erfüllen: Kotschützer, Licht, Nabendynamo, andere Reifen, Gepäcksträger. Das verteuerte den ohnehin höheren Preis. Meine Hauptsorge war, dass es nach dem Umbau sein schönes, edles Aussehen erst recht einbüßt.

Aus diesem Grunde habe ich mich dann schlussendlich für das Winora T3 entschieden: sehr gute Komponenten, keine Adaptionen notwendig und ein fairer Preis.

Winora T3
Winora T3

Zubehör

Mit dem Winora T3 kaufte ich mir auch noch einen Korb für den hinteren Gepäcksträger. Das war für mich ein Novum, das ich mittlerweile aber nicht mehr missen möchte. Es bedurfte einiger Gewöhnung, dass ich beim lockeren Drüberschwingen des rechten Beines nicht den Korb oder die darin befindliche Tasche mitnahm. Hier hat eine Damenausführung des Rahmens einen eindeutigen Vorteil.

Für die Sicherheit kaufte ich mir als Ergänzung zum am Rad befindlichen Rahmenschloss eine passende Kette. Die kostete nicht so viel und hat den praktischen Vorteil, dass sie mit dem Rahmenschloss schließt. Dadurch kann ich zumindest das Vorderrad mitsichern (Schnellverschluß!).

Wenn ich das Rad unterwegs wo absperre, benutze ich ein ABUS Faltschloss der derzeit höchsten Sicherheitsstufe (15). Faltschlösser benutze ich bereits seit sehr vielen Jahren. Sie haben den Vorteil, dass sie hohe Widerstandskraft mit kleinem Formfaktor am Rad verbinden.

Rahmenschlosskette und Faltschloss
Rahmenschlosskette und Faltschloss

Beim Parken in der Tiefgarage sichere ich mein eBike mit einem schweren Kaliber: mit einer Abus Granit City Chain kette ich den Rahmen gegen eine Betonsäule. Damit schlafe ich trotz einiger besorgniserregender Berichte von gestohlenen Fahrrädern aus unserer Tiefgarage relativ ruhig.

Störendes

Ich bin bei manchen Dingen sehr penibel und daher gibt es für mich das perfekte Produkt so gut wie nie. Das Winora T3 ist recht gut und ich bin soweit zufrieden. Jedoch möchte ich die Dinge, die mich störten und teilweise noch stören nicht unerwähnt lassen.

Das Zielpublikum bei eBikes ist generell ein älteres. Die Zehngangschaltung ist daher offenbar recht konservativ ausgelegt. Beim Wegfahren gibt es viele Gänge zur Auswahl aber bei höherer Geschwindigkeit ist man rasch beim kleinsten (11er) Kranzl angelangt. Nun gut, bei der hinteren Kassette gibt es keine kleineren Kranzln als die 11er. Allerdings das vordere Kettenrad ist mit nur 38 Zähnen meiner Meinung nach unterdimensioniert.

Dieser Umstand hat nun mehrere Auswirkungen.

Die offensichtlichste Folge davon ist, dass man beim Hochschalten relativ schnell in den höchsten der zehn Gänge kommt. Gerade mit Motorunterstützung fährt man dadurch quasi immer mit dem kleinsten Kranzl hinten. Bereits nach wenigen Wochen musste ich feststellen, dass gerade dieses 11er zum Durchrutschen der Kette neigt. Es wird umso schlimmer, je nässer es ist und je schmutziger beziehungsweise weniger geölt die Kette ist.

Weiters ist bei Erreichen der 25 km/h-Grenze es auch so, dass die Trittfrequenz relativ hoch ist. Da ich auch ohne Motorunterstützung gerne so um die 28-30 km/h fahre, ist mir diese Auslegung der Übersetzungsverhältnisse ungenügend.

Sehr lästig war auch, dass fast bei jeder Ausfahrt(!) beim Wegfahren oder Beschleunigen die Kette vom vorderen Kettenkranz nach außen heruntergefallen ist. Nicht nur mit Motorunterstützung verkantete sich die Kette zwischen Kettenkranz und Schutzblech ziemlich heftig. Ich musste es mir angewöhnen, immer einen Fetzen mitzuhaben, damit ich mit enormer Kraft die Kette wieder herausbekam. Wirklich ärgerlich.

Da der Kettenleerlauf in der Achse der Tretkurbel liegt, bewegt sich die Kette genau dann, wenn sich das hintere Rad dreht. An sich wäre das nicht schlimm. Ein Problem ist es nur dann, wenn man ohne das Rad auf einem Montageständer aufzuhängen, die Kette schmieren möchte. Das Schmiermittel über die Kette halten und an der Kurbel drehen, damit sich die Kette weiterbewegt funktioniert hier nämlich nicht. Das bedeutet, dass man jemanden braucht, der das hintere Rad hochhebt oder man verwendet einen Montageständer oder man schmiert während man das Rad langsam mittels Schiebehilfe fahren läßt.

Das Rahmenschloss hakt leider etwas beim Zusperren. Mit etwas Übung lernte ich damit so halbwegs umzugehen aber so richtig gut funktioniert es bis jetzt noch nicht.

Der Bosch Intuvia Fahrradcomputer hat ein großzügiges Display, wo (nur) die wichtigsten Dinge gut ablesbar sind: Tageskilometer, Durchschnittsgeschwindigkeit (Tag), Dauer ohne Pausen (Tag), Uhrzeit, Gesamtkilometer, Maximalgeschwindigkeit, restliche Reichweite. Die Tageswerte können durch Drücken auf Reset gemeinsam zurückgesetzt werden. Die Maximalgeschwindigkeit wird extra zurückgesetzt. Ein jeder Billig-Fahrradcomputer bietet mehr Funktionen an.

Der Intuvia hat einen USB-Anschluss, womit man per USB ladbare Geräte unterwegs über den Akku vom eBike laden kann. Dieser ist als Micro-USB-Buchse ausgeführt. Dummerweise gibt es aber kein Micro-USB-auf-Micro-USB-Kabel am Markt. Daher muss man sich einen Micro-USB-auf-normales-USB-Adapter kaufen und dort dann ein USB-auf-Micro-USB-Kabel anstecken. Das hätte mit minimalem Aufwand sicherlich intelligenter gelöst werden können.

Das Laden habe ich mangels Adapter noch nicht ausprobiert. Im Internet ist allerdings zu lesen, dass zumindest iPhones damit nicht aufgeladen werden können, da die Spannung dafür nicht passt.

Schade finde ich, dass man über diesen USB-Anschluss auch keine Daten vom Computer runterladen kann. Ich hätte es sehr toll gefunden, wenn der Computer sagen wir mal nach einer halben Stunde Pause die aktuellen Tourdaten in ein Log wegsichert, das man dann per USB und Computer auslesen kann.

Die integrierte Uhrzeit ist für eine (ziemlich sicher) mit Quarz betriebene Uhr erstaunlich ungenau. Mit einer Abweichung von ungefährt einer Minute pro Monat kommt der Bosch Intuvia damit in den Bereich von der Gangungenauigkeit von mechanischen Armbanduhren. Keine Glanzleistung.

Spätestens nächstes Jahr soll Bosch einen komplett neu entwickelten Radcomputer rausbringen, der dann vermutlich Bluetooth haben wird und über ein Dot-Matrix-Display (oder ähnlich) deutlich mehr Informationen anzeigen kann (eingehende SMS vom Handy, ...). Man darf gespannt sein.

Erstes Service

Beim ersten Service beim Kotnik (Gutschein beim Radkauf!) habe ich die Problematik mit dem 11er-Kranzl beziehungsweise dem kleinen vorderen Kettenkranz zur Sprache gebracht. Kotnik senior erklärte mir, dass es nicht möglich ist, das vordere Kettenrad auf ein größeres zu wechseln. Das müsste man in der Firmware des Motors mit der Einstellung des Übersetzungsverhältnisses nachtragen, das laut Auskunft von Bosch aber nur vom Erstausstatter (Winora) gemacht werden kann. Ansonsten regelt die Steuerung früher als erst bei 25 km/h herunter. Keine gute Nachricht.

Weiters hat er gemeint, dass das 11er hinten komplett kaputt sei, da die Kette durchrutscht. Er meinte auch, dass ich die Kette innerhalb von diesem ersten Monat selber getauscht hätte, da sie in Ordnung ist. Wenn es die Originalkette wäre, müsste sie bei dem Zustand des 11er-Kranzls ebenso kaputt sein. Klarerweise habe ich keinen Kettentausch vorgenommen. Und ich bezweifelte auch, dass das 11er-Kranzl kaputt ist und ausgetauscht gehört, da ich erst wenige Kilometer gefahren bin. Ich ließ die Kassette nicht tauschen.

Sehr erfreulich war für mich, dass sie es schafften, den Kettenschutz vorne soweit zum Kettenkranz zu biegen, dass die Kette seither mangels Platz nie wieder runtergesprungen ist.

Nach dem Service habe ich die Kette zumindest im Monatsabstand gereinigt, gewaschen und mit einem guten Kettenöl korrekt behandelt. Nach so einer Behandlung rutscht die Kette am 11er-Kranzl nur noch bei wirklich starker Belastung, bei der man ohnehin besser runterschalten soll.

Retrospektiv

Das Winora T3 ist nicht perfekt aber es war vermutlich die beste Wahl für mich. Ich würde es mir wieder kaufen und ich kann es auch mit Hinweis auf die oben beschriebenen Einschränkungen empfehlen.

Inzwischen habe ich mit dem Winora T3 beinahe 3700 Kilometer durch Herbst und Winter hinter mir. Ein Blog-Artikel zum Thema Pendeln mit dem Fahrrad folgt.

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