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Wellness in der Eggenberger Auster

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Am Sonntag waren wir in Graz/Eggenberg in der komplett neugebauten Auster. So nennt sich jedenfalls das, was an Neuem an Stelle des alten Eggenberger Bades in den letzten beiden Jahren errichtet ist. Die Ähnlichkeit zu einer realen Auster kann ich nicht ganz nachempfinden. Architektonisch ist es sicherlich herausragend, wenn ich mich auch mit den ausgerechnet violett (und schwarz) gehaltenen Aussenkacheln nicht ganz anfreinden kann.

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Die Anlage vermittelt dein Eindruck, alles Möglich anders machen zu wollen, als man es von den steirischen Thermen gewohnt ist. Das spiegelt sich in fast allen Bereichen wider. Was ich sehr positiv finde ist, dass das subjektive Verhältnis von Saunafläche/Wasserfläche zu Anzahl der Besucher erfreulich positiv ist. Dadurch hat man nie den Eindruck, dass es eine Massenabfertigung a la Loipersdorf oder ähnlich ist. Keine Liegestuhl-Matrix.

Die Atmosphäre im Inneren ist durch die futuristische Architektur und die verwendeten harten Materialien kühl bis spacig. Die Auster könnte genauso gut der Wellnessbereich der Enterprise sein. Ab und zu wird dieses Prinzip durch die Verwendung von gepolsterten Elementen und Grünpflanzen in einen interessanten Kontrast übergeleitet.

Beim Lichtdesign hat sich auch jemand ins Zeug gelegt. Modernes LED-Licht ist allgegenwärtig, meist jedoch recht dezent indirekt. Zur Geltung kommt das Ganze erst nach Einbruch der Dunkelheit. Gepaart mit Nebel war es ziemlich cool in meinen Augen ;-)

An Saunamöglichkeiten mangelt es kaum: es gibt eine Finnische drinnen und eine große Finnische (mit Spezialaufgüssen) draußen, eine Soft-Sauna (für mich zu kühl), eine eindeutig zu kalte Salzgrotte, ein Dampfbad (wenn die Tür länger zu bleibt ist sie warm genug) und ein Tepidarium (nimm dir ein weiches Handtuch und ein Buch mit). Der Pool draussen ist recht lässig angelegt, weil er mit den tiefer angelegten Finnischen und Soft-Saunen höhenmäßig so ausgelegt ist, dass man in der Sauna sitzend auf gleicher Kopfhöhe ist, wie die Schwimmer. Das ergibt eine witzige Perspektive vor allem in den entsprechenden Saunen.

Draussen gibt es zwei Whirlpools, drinnen einen. Das Innenbecken hat Sprudelbänke und eine spacig verwinkelte Höhle lädt zum Erkunden ein. Mein Tipp: am Abend gibt's in der Höhle sogar echtes Feuer ;-)

Recht barrierefrei geht es in der Auster nicht zu: Stiegen sind ein bewusst eingesetztes Stilmittel der Architektur. Dadurch wird der Innenraum auch aufgelockert und hebt einzelne Teile voneinander geschickt ab.

Die Temperatur im Inneren ist hoch. Am Balkon (diverse Liegemöglichkeiten und ein besonders ruhiger Ruheraum) ist es dadurch schon fast zu warm. Die Becken sind nicht ganz so temperiert, wie man es von den Thermen gewohnt ist. Das kann man sehr gut an den teilweise enttäuschten Gesichtern der Leute erkennen, die einen Fuss in eines der Whirlpools setzen. Aber das ist ja auch kein Wunder: mangels Thermalwasser muss die Auster alles Wasser selbst heizen. Diese Stromrechnung will ich gar nicht erst sehen ;-)

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Ein Manko ist etwas lästig: da es nur praktisch eine Möglichkeit gibt, Wasserflaschen aufzufüllen, muss man vom Balkon immer zum Auffüllen zu den Fußkneippbecken runterlatschen. Einige verteilte Wasserhähne hätten der Anlage gut getan.

Diese typischen Ständer, wo man Handtücher und Bademäntel aufhängen kann sucht man in der Auster vergebens. Ich nehme an, das ist dem Design geschuldet. Dadurch hat man aber keine Möglichkeit, seine Sachen während des Schwimmens nahe aufzubewahren. Nur vor den Saunen kann man Zeug lagern. Zum hängenden Trocknen der Handtücher gibt es auch kaum Gelegenheiten.

Ebenfalls zum Experimentieren laden die verschiedensten **Liegemöglichkeiten ein. Nicht alle sind für ein längeres, entspanntes Liegen geschaffen. Aber es gibt durchaus einige bequeme und neue Schmankerl dabei. Zum Beispiel diese überdimensionalen Liegepolster sind sehr formbar. Zwischendurch gibt es auch sehr feine Inselchen für Solo-Besucher, die mit Grünpflanzen gesäumt zum Wohlfühlen laden. Und allgegenwärtig: der Leselampenfetisch der Innenarchitekten.

Das Essen im Restaurantbereich der Bar ist gut und preislich normal. Ich konnte mich davon überzeugen, dass der Rindfleisch-Wok und der Alm OX Burger empfehlenswert sind. Wenn auch unser Schwarzbrotleiberl des Burgers nicht das Frischeste war.

Die Eintrittspreise sind durchaus gehoben: für mehr als drei Stunden muss man 18 Euro zahlen. Dazu kommen noch zehn Euro Kaution. Und Vorsicht: derzeit funktionieren die bereits installierten Bankomatkassen noch nicht. Wenn man innerhalb von drei Stunden wieder rausgeht, bekommt man fünf Euro retour. Es gibt ab 18 Uhr eine Abendkarte mit 15 Euro. Ab 25 Jahren gibt es keinerlei Ermäßigung. Im Inneren bezahlt man derzeit noch mit Bargeld. Hier wird noch am Abbuchen von "der Uhr" gefeilt, wie man es auch von den Thermen gewohnt ist.

Alles in Allem würde ich meinen, dass der Wellnessbereich der Auster für Graz ein willkommener Gewinn ist. Der erhöhte Eintrittspreis rechtfertigt sich mit der raschen und kurzen Anreise. Mit der 1er-Bim ist man auch GVB-mäßig sehr gut angebunden. Na dann, gut Schwitz! ;-)

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