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Zahlen in Verzeichnisnamen sind böse

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Viele Leute benutzen führende Zahlen in Verzeichnisnamen, um diese in einer bestimmten Art nach Wichtigkeit oder Reihenfolge anzuordnen. Ich finde diese Methode in den meisten Fällen problematisch. Ich möchte hier gerne die Probleme ansprechen und auch alternative Lösungen vorschlagen.

Disclaimer

Zuallererst möchte ich darauf hinweisen, dass folgende Ausführungen hauptsächlich für Daten gelten sollten, die von mehr als einer Person benutzt werden. Für die eigenen Daten, die vermutlich nie jemand anders zu Gesicht bekommen wird, werde ich nie und nimmer versuchen vorzuschreiben, wie die Gestaltung von Datei- oder Verzeichnisnamen vorzunehmen sind. Weites betrifft diese Thematik stark das Thema Usability bzw. Ergonomie. Menschen, die dieses Thema nicht so wichtig einschätzen, werden vermutlich meine Ansichten nicht in der gleichen Ausprägung teilen. Benutzerinnen, die sich hauptsächlich in der Konsole und in der Shell bewegen, werden vermutlich ebenfalls abweichende Meinungen haben, da sie viele der angesprochenen Probleme durch tolle Shell-Features nicht oder nur eingeschränkt kennen (müssen): Stichworte Tab-completion, directory-hashes, Reguläre Ausdrücke usw.

Für den großen Teil der Daten, die von mehreren Personen benutzt werden, will ich hier gerne auf einen Aspekt hinweisen, der Probleme verursachen kann. Diese subtilen Probleme sind keine der selben Kategorie wie die Klima-Erwärmung oder das Hungern in der Dritten Welt. Aber ich finde, auch bei solchen Kleinigkeiten kann man sich den Alltag durchaus erleichtern - oder eben auch unnötig erschweren.

Was ist gemeint mit "Zahlen in Verzeichnisnamen sind böse"?

Viele Menschen - hauptsächlich Leute, die viel mit ihrer Maus arbeiten - wollen gewisse Verzeichnisse durch Voranstellen von Nummern hervorheben. Damit kann man sie einer gewissen Wichtigkeit zuordnen oder die Reihenfolge der Darstellung erzwingen, die unabhängig vom Alphabet (Anfangsbuchstabe des Verzeichnisses) ist.

Dies resultiert dann in Verzeichnisauflistungen wie der folgenden:

10 Peter

20 Hans

30 Susi

40 andere Personen

Wann auch immer man in das Verzeichnis kommt, wo obige Verzeichnisnamen erstellt wurden, wird man 10 Peter immer an erster Stelle sehen. Und 30 Susi wird immer an dritter Stelle aufgelistet sein.

Warum kann das Probleme verursachen?

In einigen Fällen kann dieses Vorgehen Probleme verursachen. Es ist überhaupt nichts gegen Nummern in Verzeichnisnamen einzuwenden, sofern es der Anwenderin bewusst ist, was für Nebeneffekte sie sich damit einhandelt. Aber ich habe schon sehr viele Leute getroffen, die sich darüber noch keine Gedanken gemacht haben, welche negativen Auswirkungen dieses Namensschema mit sich bringt.

Gestaltung der Nummern

Wenn ich mich zu Nummern in meinen Dateinamen entschliessen sollte, muss ich mich entscheiden, wie diese auszusehen haben. Wähle ich zum Beispiel 1 bis 9, dann bin ich auf nur neun Verzeichnisse beschränkt. Wenn ich ein Verzeichnis namens 10 Heinz einfüge, dann wird es im Allgemeinen zwischen 1 und 2 eingereiht, da dies der alphabetischen Reihenfolge entspricht. (Hier gibt es eine Ausnahme - dazu komme ich später darauf zurück.)

Daher werden die meisten Benutzer von vorn herein mit 10 anfangen und zwecks späteren Einfügens in Zehnerschritten durchnummerieren, wie weiter oben schon mal skizziert.

Dies resultiert nach einiger Zeit oftmals in einem Durcheinander, da dann obiges Beispiel zu so etwas mutiert:

 10 Peter
 15 Heinz
 20 Hans
 30 Susi
 35 Kurt
 37 Karin
 38 Alexander
 40 andere Personen	  

Um nun aus der Zahlenknappheit zwischen 30 und 40 herauszukommen, muß man schon mal eine umständliche Neunummerierung in Kauf nehmen. Wenn nun eine schlaue Benutzerin auf die Idee kommt, das Verzeichnis andere Personen gleich vorweg mit 99 zu nummerieren, verzögert es zwar das Problem, beseitigt es aber nicht.

Einen zusätzlichen Puffer bekommt die Benutzerin dadurch, gleich mal von 100 weg in Hunderterschritten zu beginnen. Oder aber auch - wie oftmals in freier Wildbahn zu sehen - von 010 weg in Zehnerschritten (010, 020, 030, ...).

Wie man es nun dreht oder wendet: die Gestaltung der führenden Nummern ist nicht immer eine einfache Sache.

Problem der Reihung

Es mag vielen Leuten nicht bewußt sein, aber es ist nicht immer eindeutig, wie die Nummern die Reihenfolge festlegen. Ein wunderbares Beispiel ist hier der Windows Explorer, mit dem wohl die meisten Nummernverzeichnisse erstellt und benutzt werden. (Das ist auch die Ausnahme, von die weiter oben vorgekommen ist.) Der Windows Explorer hält sich für schlau und sortiert 9 Beispielname vor 10 Beispielname, obwohl der Neuner im Alphabet klarerweise nach dem Einser von 10 kommt.

Hier wird der Neuner als Zahl interpretiert und in der Wertigkeit unterhalb von Zehn einsortiert. Das ist meiner Meinung nach ein klarer Bruch in der Benutzerführung, weil die Benutzerin üblicherweise die alphabetische Reihung vor Augen hat, wenn sie Datei- und Verzeichnisnamen erstellt. Denn was wäre dann, wenn die Benutzerin Verzeichnisnamen mit Drei Beispielname und Acht Beispielname erstellt? Dann müsste doch auch hier der Windows Explorer nach Wertigkeit interpretiert das zweite Verzeichnis hinter dem ersten sortieren ...

Für viele Leser wird das jetzt ein nebensächliches Problem darstellen, weil es ja ein nützliches Feature ist, wenn Microsoft hier eine Zahleninterpretierung implementiert hat. Doch wie schaut es mit einem anderen Beispiel aus? Nehmen wir mal an, dass eine Gruppe von Benutzerinnen Datei- und Verzeichnisnamen mit einem Datumsstempel versieht nach dem Schema JJJJ-MM-DD, also zum Beispiel 2008-12-31 für den letzten Tag des Jahres 2008. Und für eine Datei, die keinem bestimmten Tag eines Monats zugeordnet werden kann, bemüht man das Schema JJJJ-MM. Das ist ein häufig gebrauchtes Schema, das sich auch bei mir in der Praxis wunderbar bewährt hat. In diesem Beispiel beziehe ich mich aus Gründen der Anschaulichkeit nur auf Dateinamen, aber bei Verzeichnisnamen gilt das selbe.

Nun sieht ein Beispielverzeichnis nach diesem Schema im Windows Explorer folgendermaßen aus:

 2008-11 Kostenabrechnung November.txt
 2005-01-17 Paper vom Chef.pdf
 2007-03-18 Formular fuer Projekteinreichung.tex
 2008-11-04 Entwurf Projektanbahnung 0-8-15.doc
 2008-12-02 Bestaetigung Lokal Weihnachtsfeier.pdf	  

Na? Fällt der verehrten Leserin hier etwas auf? Aber klar doch: die Kostenabrechnung vom November 2008 liegt sogar vor den Dateien von 2005 oder 2007!

Kleiner Tipp am Rande: Für alle Benutzerinnen, die dieses Problem in ihrem Namensschema umgehen wollen sei eine Doppelnull für den Tag ans Herz gelegt. In diesem Fall wäre das dann 2008-11-00 Kostenabrechnung November.txt. Sofern die Einsortierung dieser Datei am Ende des Monats erfolgen soll, ist natürlich eine Neunundneuzig statt der Doppelnull sinnvoll.

Problem der Subjektivität

Mit Nummern legt eine Benutzerin die Reihenfolge fest. Zu diesem Zweck ist ja dieser ganze Tamtam in die Welt gekommen :-)

Doch wie schaut es nun mit der Wahl der Reihenfolge aus? Sind sich da alle Benutzerinnen einig, dass Hans nach Peter und vor Susi kommt?

Mit der Einführung von solchen Nummern verliert man die Möglichkeit der Abschätzung, wo etwas "Bekanntes" vorkommt. Wenn ich weiß, dass ich in den Ordner Susi wechseln möchte, kann ich mit bei der klassischen alphabetischen Reihenfolge direkt in die Mitte der Liste springen und mich zu "S" weiterleiten lassen. Doch wenn der Ordner 30 Susi heissen sollte, muss ich mir nicht nur "Susi" sondern auch die abstrakte, zugeordnete Zahl 30 merken. Bei wenigen führenden Zahlen pro Ordner ist das noch halbwegs überschaubar. Aber bei mehr als einer Handvoll kann es durchaus ein mehr oder weniger subtiles Problem werden.

Nicht immer kann man die eigenen Kriterien (Nummernwahl) auf andere übertragen. Das ist ein Trugschluß. Daher gibt es auch hier einige potentielle Problemquellen.

Nummern sind schlecht für Tastaturbenutzerinnen

Die meisten negativen Auswirkungen von Nummern in Verzeichnisnamen beziehen sich auf Benutzerinnen, die ihren Computer hauptsächlich mit ihrer Tastatur bedienen. Über die Tastatur kann eine geübte Benutzerin sehr schnell und effektiv arbeiten. Meiner Meinung nach sollten daher die Benutzerinnen, die primär mit ihrer Maus arbeiten, die Arbeitsweise der anderen Benutzerinnen nicht unnötig einschränken. Das sollte schon mal rein aus Gründen der Höflichkeit so sein. Und umgekehrt natürlich ebenso.

Jeder soll frei wählen dürfen, ob sie nun lieber mit der Tastatur oder mit der Maus durchs Datei- und Verzeichnisgewirr durchflitzen will. Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass die Mausbenutzerinnen die folgenden Argumente nicht ignorieren dürfen.

Unmöglichkeit der Tastaturnavigation

Wenn in einem Verzeichnis das Nummernschema 010 bis 090 gewählt wurde, fangen nun alle Ordner erst mal mit einer Null an. So gut wie alle Dateibrowser erlauben das Springen zu einem Ordner mittels Eingabe des ersten Zeichens. Wenn das zweite eingegebene Zeichen nun so interpretiert wird, dass ein anderes Verzeichnis gesucht wird, das mit dem zweiten Zeichen anfängt, hat die Tastaturbenutzerin ein großes Problem.

Sie ist überhaupt nicht mehr in der Lage, über die Tastatur zu 020 Hans zu springen, da die Eingabe Null, Zwei so interpretiert wird: mit der Null wird das erste Element ausgewählt, das mit Null beginnt (in unserem Beispiel 010 Peter). Die darauf folgende Zwei ergibt nun keinesfalls die Selektion von "02...", sondern es wird ein Eintrag gesucht, der an der ersten Stelle mit 2 beginnt und den es hier nicht gibt. Damit macht man Kolleginnen das Leben unheimlich schnell schwer.

Natürlich kann man hier einwerfen, dass in diesem Fall das verwendete Werkzeug Schuld hat. Doch das könnte man ja auch vom Windows Explorer behaupten, wegen dessen Unvermögen die Verzeichniszahlen meistens eingeführt werden. Wenn ein Dateibrowser zum Einsatz kommt, der mit der Eingabe von Null Zwei auf den Eintrag beginnend mit 02 springen kann, so ist die führende (unnötige) Null zumindest eine Verschlechterung der Usability.

Kriterien zur Auswahl von Werkzeugen folgen weiter unten.

Problem der Eindeutigkeit

Tastaturbenutzerinnen springen zu Verzeichnisnamen über das erste Zeichen oder die ersten Zeichen des jeweiligen Namens. Somit muss eine Tastaturbenutzerin lernen, welche Zahlen vor welchen Verzeichnisnamen stehen, um weiterhin effektiv zu sein. In unserem Beispiel von oben muss sie also wissen, dass Hans mit der Nummer 20 auszuwählen ist.

Damit ergibt sich das Problem der Konsistenz über ein gesamtes Dateisystem hinweg: wenn in einem anderen Verzeichnis der Hans vorkommen sollte, dann wäre es doch ziemlich irritierend, wenn er dort eine andere Nummer als die 20 hätte. Bei unserem Beispiel mit den Vornamen wird es vermutlich nicht so plakativ sein aber bei anderen Verzeichnisnamen wie zum Beispiel Diverses wird das Problem vermutlich öfters auftreten.

Dieses Problem wird dadurch noch verstärkt, indem man sich vor Augen führt, dass es vielleicht durchaus so sein kann, dass der Diverses-Ordner im Projektverzeichnis XY eine geringere Wichtigkeit haben soll, als in einem anderen Verzeichnis. Das führt unweigerlich zu verschiedenen Nummern für den gleichen Namen.

Nummern sind mnemonisch schlechter

Wie schon erwähnt, müssen zumindest alle Tastaturbenutzerinnen lernen, welche Zahlen zu welchen Verzeichnissen gehören. Doch wie wird nun eine logische Verbindung zwischen Hans und 20 hergestellt? Hans ist ein Name, zu dem eine Benutzerin viel schneller einen Bezug hat, als zu einer abstrakten Nummer. Sie wird wesentlich schneller sein, wenn sie über 'h' wie Hans zumindest in die Nähe des gewünschten Verzeichnisses kommt.

Verstärkt wird das mnemonische Problem durch den bereits diskutierten Fall, wo Hans nicht in jedem Verzeichnis die selbe Nummer hat. Siehe das Beispiel mit dem Ordner namens Diverses: 'd' ist immer intuitiv für "Diverses".

Alternative Lösungen

Was will die Benutzerin eigentlich mit den Nummern in den Verzeichnisnamen bezwecken? Der Hauptgrund für das Voranstellen von Nummern ist wohl das Einfachere Wiederfinden von wichtigen Verzeichnissen.

Durch die Nummern versuchen nun die Anwenderinnen, ein technisches Problem mit einem - meiner Meinung nach unsauberen - Workaround zu umschiffen.

Hier gibt es auch andere Lösungen, die den Anwenderinnen oft besser gefallen, als die Nummern. Zudem sind sie oft auch weniger unsauber.

Lesezeichen/Bookmarks/Favoriten

Die meisten Dateibrowser bieten die Möglichkeit, sich häufig benutzte Ordner zu speichern. Eine jede Benutzerin wird vermutlich ihre Arbeit in einer stark begrenzten Anzahl von Ordnern erledigen. Genau diese häufig benutzten Ordner speichert man sich ab. Beim Windows Explorer heißt das Favoriten. Andere Dateibrowser nennen es Bookmarks oder Lesezeichen.

Diese gespeicherten Ordner lassen sich zudem noch oftmals bequem per Tastaturkürzel aufrufen, sodaß einem sehr schnellen Wechsel in die wichtigsten Verzeichnisse nichts mehr im Wege steht ;-)

Mit diesem Hinweis alleine konnte ich schon sehr vielen Leuten das Leben mit dem Computer deutlich erleichern.

Anderer Dateibrowser

Die meisten Probleme beim Umgang mit Dateien und Verzeichnissen sind meiner Meinung nach auf wenige nicht optimale Produkte zurückzuführen. Die meisten Windows-Andwenderinnen wissen nicht einmal, dass es Alternativen zum Windows Explorer gibt! Ebenfalls finde ich, dass der Finder von OS X ein nicht wirklich optimales Werkzeug darstellt.

Für Windows-Anwender kann ich den kostenpflichtigen TotalCommander uneingeschränkt empfehlen. Beinahe ebenso gut ist auch der gratis erhältliche FreeCommander, der in jeder Version mehr und mehr sich dem Funktionsumfang vom TotalCommander annähert. Ich persönlich bin ein großer Fan vom FreeCommander. Und auch auf anderen Betriebssystemen gibt es genügend Alternativen.

Die grundlegendsten Dinge, die ein guter Dateibrowser meiner Meinung nach erfüllen soll, sind:

Benutzung von alternativer Darstellung

Manches Mal kann man sich Nummern in Verzeichnisnamen dadurch ersparen, dass man eine andere Ansicht wählt. Nimmt eine Anwenderin die Zahlen deshalb, weil sie die aktuellsten Verzeichnisse ganz oben (oder ganz unten) sehen will, so kann man seinen Dateibrowser auch ohne Umbenennungen dazu bewegen. Meistens genügt ein Klick auf die Spalte, wo die Zeitpunkte des letzten Zugriffes angeführt werden.

Im Finder von OS X gibt es eine Art der Darstellung, wo man die Icons der Dateien und Verzeichnisse sogar frei platzieren kann. Damit kann man Gruppierungen schaffen, die es in den anderen Dateibrowsern in dieser Form nicht gibt.

Benutzung von Verweisen

Eine persönliche Reihenfolge einer definierten Anzahl von Verzeichnissen kann sich eine jede Anwenderin auch mittels Verweisen erstellen. Unter Windows heißt das dann "Verknüpfung mit ...". Bei anderen Betriebssystemen gibt es das ebenfalls in Form von symbolischen Links.

Was ich damit meine, will ich an Hand eines Beispiels unter Windows mit dem Windows Explorer darlegen: Ein Projekt besteht aus folgenden (alphabetisch sortierten) Verzeichnissen:

 Aquise
 Anbahnung
 Beanstandungen
 Produktion
 Verlauf
 Vertraege	  

Nun sind der Kalkulationsdame nur die Verzeichnisse Aquise und Vertraege wichtig. Den Projektmitarbeiterinnen hingegen sind vielleicht die Verzeichnisse Beanstandungen, Aquise und Vertraege weitgehend egal aber die anderen sind wichtig. Einige wollen aus persönlichem Geschmack die Verzeichnisse sogar in einer bestimmten Reihenfolge sehen - eben mit diesen Verzeichnisnummern.

Wie kann man es nun allen Recht machen? Ganz einfach: eine jede Benutzerin legt sich in ihren eigenen Dateien ein persönliches Verzeichnis für unser Beispielprojekt an. Dann markiert jede für sich alle Verzeichnisse, die oben angeführt sind (eventuell mit Strg-a). Danach zieht eine jede Benutzerin diese markierten Verzeichnisnamen mit der sekkundären Maustaste (das ist im allgemeinen die rechte Maustaste) in das persönliche Projektverzeichnis. Beim Loslassen der Maustaste fragt dann der Windows Explorer, ob kopiert oder verschoben werden soll oder aber, ob Verknüpfungen erstellt werden sollen. Genau diese wollen wir haben: Verknüpfungen auswählen.

Dadurch bekommt eine Benutzerin in ihrem persönlichen Projektverzeichnis genau die sechs Verzeichnisse von oben verlinkt. Wenn man dann einen Doppelklick drauf macht, kommt man direkt in das entsprechende Zielverzeichnis. Der Clou an der Sache ist nun aber, dass die Verknüpfungen anders benennt werden können, wie die Originalverzeichnisse.

Mit dieser Methode kann nun die Kalkulationsdame die eigenen Verknüpfungen auf die Verzeichnisse Aquise und Vertraege auf Wunsch mit Nummern oder ähnlichem hervorheben und gegebenenfalls die anderen (ihr unwichtigen) Verknüpfungen auf die Verzeichnisse komplett löschen. Die Projektmitarbeiterinnen hingehen können auf Wunsch in ihrem Ordner die restlichen Verknüpfungen auf Verzeichnisse besonders benennen und die weniger relevanten Verknüpfungen sogar entfernen.

Durch diese Lösung hat eine jede genau das Schema, das ihrer Arbeitsweise und ihren Bedürftnissen entgegenkommt. Diejenigen, die Nummern in den Verzeichnisnamen haben wollen verursachen bei den anderen Mitarbeiterinnen keine Probleme in ihrer Arbeitsweise.

Ausnahmen

Meine Ausführungen, die darauf hinauslaufen, dass Nummern in Verzeichnisnamen eine schlechte Idee sind, beruht auf der Annahme, dass diese Nummern mit den Verzeichnisinhalten nicht unbedingt etwas zu tun haben. Daher gibt es Ausnahmen, wo vorangestellte Nummern in Verzeichnisnamen durchaus Sinn machen und sogar zu begrüßen sind!

Zum Beispiel bei einer beschränkten Anzahl von Verzeichnissen, die sich über den Verlauf ihrer Benutzung nicht wirklich ändern werden, sind Nummern durchaus praktikabel. Es können damit vordefinierte Abfolgen von Prozessen abgebildet werden wie zum Beispiel im folgenden Verzeichnis eines Projektes:

 10 Aquise
 20 Programmierung
 30 Finalisierung	  

Oftmals sind diese Nummern auch in anderen EDV-Systemen weit bekannte Kennzahlen und daher oftmals durchaus gleich "sprechend" wie die Namen dahinter.

Fazit

Das in diesem Beitrag angesprochene Problem der vorangestellten Nummern in Verzeichnisnamen ist für manche von uns eine Plage und für andere ein Segen. Mein Wunsch ist es, dass diejenigen, die Nummern benutzen einen Blick auf mögliche negative Auswirkungen bekommen. Ich glaube, dass die hier vorgeschlagenen Alternativen durchaus in der Lage sind, das eigentliche Problem mindestens gleich gut zu lösen.

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