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Apple, quo vadis?

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Diese Woche ist Apple mal wieder unrühmlich in der Presse gelandet in Zusammenhang mit der AppStore-Misere. Willkürliche Zensurpolitik breitet sich in den letzten Monaten bei Apple aus.

Immer öfters werden gute technische Lösungen zu Gunsten von politischen Entscheidungen verwässert oder verschwinden plötzlich wie zum Beispiel das Einbinden von Handys in OS X Addressbook. In Tiger konnte man noch sehr einfach aus dem Adressbuch heraus jemanden anrufen oder ein SMS versenden/beantworten. Vermutlich wegen dem iPhone ist dieses überaus gelungene Feature in Leopard still und heimlich verschwunden.

Die Weiterentwicklung von OS X scheint auch auf Kosten von iPod/iPhone ins Hintertreffen gekommen zu sein. Der Aufguß Snow Leopard (Erwartet für das erste Quartal 2009) wird neben einigen wenigen Features als Fokus das Zusammenführen der Architekturen von OS X und iPhone OS aufweisen. Das erinnert irgendwie an die Zusammenführung von den Schienen von Windows NT und Windows 95 zu Windows XP.

Schon seit längerem hat Apple ja die Bezeichnung "Computer" streichen lassen. Das definiert durchaus eine weitreichendere Sichtweise, das stimmt. Allerdings wer von Apple auf gute Computer mit einem gut entwickelten Betriebssystem gesetzt hat, wird vermutlich ohne iPhone und iPod immer weniger Vorteile zu Alternativen sehen.

Auch wer auf den kostenpflichtigen MobileMe-Service (vormals .Mac) gesetzt hat, wurde schon eines besseren belehrt. Im Sommer gab es enorme Probleme in Zuge einer Zwangsumstellung. Ein jeder Netzwerkbürger kann sich vorstellen, wie dumm das ist, wenn man tagelang kein funktionierendes Emailaccount hat. Apple hat zwar Probleme eingeräumt und von 1% der betroffenen Kundenaccounts gesprochen aber die Rückmeldungen der User lassen auf ein weitaus größeres Problem schließen. Es hat den Anschein, als ob Apple immer öfters mit unausgegorenen Diensten und Produkten auf den Markt kommt und bei Problemen lügt oder einfach nur schweigt.

Eine weitere lästige Auswirkung des iPod/iPhone-Erfolges ist, dass man in vormals recht guten Nachrichtenschienen nur noch iPod/iPhone-Krimskrams zu lesen bekommt. Es ist daher recht schwer, diesem Hype zu entkommen, auch wenn man nicht auf diese Spielzeuge gesetzt hat.

Statt immer neuerer iPhone-Dienste, neuerer Formen von willkürlicher Zensur sollte Apple mal ihre Hardware auf aktuelles Niveau bringen und den Vorsprung gegenüber Windows Vista nicht durch Versäumnisse leichtfertig aufs Spiel setzen.

Ich habe mich seit vier Jahren mit OS X beschäftigt und sowohl viele positive als auch weniger positive Dinge entdeckt. Doch das Gehabe dieser Firma Apple drängt mich in Zukunft (wieder) zu einer freien Alternative, wie ich an anderer Stelle ausfürlich beschrieben habe. Und wie es scheint, bin ich nicht der einzige, der OS X aus diesen Gründen den Rücken kehrt.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/35/Tux.svg/150px-Tux.svg.png" Durch GNU/Linux am Desktop bin ich freier in meiner Hardwarewahl und kann mich sicher wähnen, dass Funktionalitäten nur erweitert und verbessert werden anstatt welche wegzunehmen. Es stimmt schon, dass GNU/Linux beim Aufsetzen mehr Arbeit erfordert. Andererseits was ist denn schon der Anfangsaufwand von ein paar Tagen bis alles rund läuft im Vergleich zu dem jahrelang bequemeren Benutzen? Und auf nicht unterstützte Hardware kann man vorm Kauf achten.

Gottseidank habe ich in meiner OS X-Zeit mich nicht von der Verlockung der tollen Integration blenden lassen und habe meine Daten nicht in proprietäre Formate wie iPhoto und Co benutzen abgelegt. Einzig iTunes ist ein Zugeständnis in diese Richtung doch landen auch hier die Musikdateien im Dateisystem (und keiner geschlossenen Datenbank) und es existieren einige Tricks, selbst die gesondert abgelegten Metadaten zu einer freien Alternative zu migrieren.

Apple wünsche ich alles Gute (ehrlich!) und werde die Geschichte sicherlich interessiert weiterverfolgen. Doch wenn sich an deren Politik nicht bald etwas ändern sollte, sehe ich negative Auswirkungen auf die Produkte. Das Ansehen bei den Kunden wird dadurch auch auf längere Sicht getrübt werden.

Wir können uns alle glücklich schätzen, die frei zwischen Alternativen wählen können!

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