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Mehr Auswahl bedeutet weniger Zufriedenheit!

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Ich habe mir eben ein sehr interessantes Video auf Google angeschaut, wo Barry Schwartz bei Google über das Thema "The Paradox of Choice - Why More Is Less" spricht. Wenn du mal eine Stunde Zeit übrig haben solltest, kann ich dir dieses Video nur empfehlen.

Jede (getroffene) Entscheidung leidet unter dem Vergleich mit anderen Optionen. Selbst, wenn es eine gute Entscheidung war.

Der Unterschied zwischen "gut genug" und "das Beste": "gut genug" ist gut genug, aber bei genügend hoher Anzahl von Optionen, die man nicht genommen hat, ist gut genug nicht mehr gut genug, denn da draußen hätte ja das Beste warten können.

Wir entscheiden uns im Angesicht von zu vielen Optionen oftmals für die Nichtentscheidung. Auch, wenn es insgesamt ein schlechteres Gesamtergebnis bringt. "The more are available for people, the more likely it is that people will choose nothing"

Das wird auch ein neues Licht auf Opt-in und Opt-out. Die Vorauswahl nimmt den Leuten die Entscheidung ab und die Mehrheit ist mit der Vorauswahl somit indirekt einverstanden. Insofern ist die Vorauswahl sehr entscheidend.

Wir hatten noch nie so viel Freiheit in der Auswahl von Produkten und gleichzeitig haben wir uns noch nie so schlecht mit unseren Entscheidungen gefühlt.

Kunden fühlen sich mit ihrer Kaufentscheidung besser, wenn sie nicht vor einer großen Auswahl gestanden haben. Bei der großen Auswahl ist die Gefahr sehr hoch, dass man sich falsch entschieden hat. Und weil selten ein Produkt perfekt ist, fällt diese Unvollkommenheit auf unsere vermeindlich falsche Entscheidung zurück und nicht auf den (gottgegebenen) Mangel an Optionen.

We do better, we feel worse.

Keine Auswahl ist schlechter als Auswahl zwischen mehreren Optionen. Da kann niemand widersprechen. Der grundlegende Irrtum ist, dass sich daraus ein linearer Zusammenhang ergibt. Ein weiteres Ansteigen bei der Menge der zur Verfügung stehenden Optionen bedeutet nicht ein weiteres Ansteigen der Zufriedenheit mit der getroffenen Auswahl. Ergo ergibt sich ein Absinken der Zufriedenheit, sofern die Anzahl der Auswahlmöglichkeiten ein gewisses Maß überschreitet.

Wenn man darüber nachdenkt, dann stellt man fest, dass ein Kauf über einen Agenten (Finanzberater, Anwalt, persönlich bekannter Experte, ...) einem diesen Druck der Entscheidungsfindung abnimmt. Dadurch ist man viel zufriedener mit der getroffenen Entscheidung - selbst wenn dieser Agent nicht "mehr weiß", als man selber.

Die Erfolge von Geschäften wie Hofer/Aldi oder auch die Zufriedenheit von Apple-Kunden sind angesichts dieser Dinge keine großen Fragezeichen mehr: weniger ist mehr. Und es erklärt mir auch, weshalb ich von der Speisekarte von Braun de Praun meistens ein Gericht von den ersten beiden Seiten nehme ;-)

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